Nico runs 4 nature

Time 2 Play!

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Affen, Alpakas & Athleten

Whatsapp (5:48 Uhr): „Guten Morgen, hast spontan Lust mit auf dem Zoolauf heute Abend um 18 Uhr zu laufen? Treffpunkt wäre 17:45 Uhr am Löwenhaus.“

Und ob ich Lust hatte! Ca. 12 Stunden später stand ich dann mit Laufklamotten im Zoo. Was für ein cooles Setting! Während ich noch auf meine Freundin von der die Nachricht kam wartete, konnte ich mir neben den Tieren auch die Läufer ansehen. Der 15. Augsburger Zoolauf hatte etwas von einem Firmenlauf. Also quasi auch alle in bestimmte Spezies unterteilbar, da alle in eigene Felle (Firmenshirts) gekleidet waren. Eine Gruppe lies sich etwas mehr von der Lauflandschaft inspirieren als die anderen. Sie kamen in Nashornkostümen =). Im Löwenhaus selbst pirschten sich die Läufer an fünf Personen ran. Ihre Fluchtmöglichkeiten waren sehr schlecht. Hinter ihnen war eine Glasscheibe, welche sie von einer Löwengruppe trennte. Vor ihnen versperrten ihnen Holzbalken (oder war es Bierbänke?) den Fluchtweg. Da erst bemerkte ich die Laptops. Es waren die Leute von der Anmeldung.

Direkt an der Kinderecke mit Streichelzoo stand dann schon das Start- und Zieltor. Dort machten sich die Athleten und ich bereit den Worten des Moderators zu lauschen und sich das Regelwerk anzuhören. Es galt, so viele Runden wie möglich innerhalb einer Stunde zu sammeln. Nach jeder Runde musste man dabei seine Hand durch einen Gummi fädeln, der bereits fachmännisch von den Helfern aufgespannt wurde. Dies erinnerte unweigerlich an Ritterspiele in Form des Tjostens oder an Eisvögel, die versuchen ein Fisch aufzuspießen. Für jeden Gummi wurde im Nachhinein ein Betrag von 2 € vom Rotary-Club an den Augsburger Zoo gespendet. Dabei kamen zum Schluss 5000 € zusammen. Eine schöne fette Honigwabe für die Zoobären. Doch man sieht auch, dass der Lauf nicht all zu groß war. Dies liegt nicht daran, dass der Lauf keine Fanbase hatte, oh nein. Die Firmen/Läufer stürzten sich bei der Anmeldung wie die Geier auf Aas, so dass die Plätze binnen 24 h bereits vergriffen waren. Woran es lag, dämmerte mir sofort nach dem Startsignal (auf eine Schuss wurde sinnvollerweise wegen der Tiere verzichtet). Die Laufstrecke war natürlich der normale Gästeweg durch den Zoo. An manchen Stellen war dieser sehr schmal. Da ich kein Kletteraffe bin, musste ich mich mit meiner Laufpartnerin fast einen halben Kilometer in Geduld üben, bis sich die Athletenherde auf der Strecke verteilt hatte. Wir konnten in dieser Zeit ganz normal gehen. Diese Meter nutzte ich dann, um mit meiner GoPro auf Safari zu gehen und von den Tieren ein paar Fotos zu machen. Mehr Läufer waren also einfach nicht möglich.

Während des Laufs gab es einige Highlights. So konnte ich z. B. endlich einmal die Nasenbären sehen, die etwas aus ihrem Holzhaus spitzelten. Auch der Kragenbär schaute in einer Runde aus seiner Höhle und betrachtete das rege Treiben. Neben den Zuschauern klatschten dann auch noch die Seehunde in ihre Hände. Was den Lauf jedoch auch sehr angenehm gestaltete war die Stimmung. Es galt nicht seine Bestleistung zu toppen oder einen bestimmten Platz zu erreichen. Ziel war es einfach miteinander zu laufen und einen schönen Abend mit toller Kulisse zu verbringen. So stapften dann auch kniehohe Kinder mit Mutti oder Vati durch den Zoo und sammelten ihre Rundengummis. Wirklich süß. Zehn Minuten vor Ende wurde dann ein blauer Teppich am Ziel ausgebreitet, der die Finalrunde einläutete. In dieser konnte man sich dann auch noch am Getränkestand ein Becherchen Weinschorle gönnen. Ideal um mich für den Medoc-Marathon einzustimmen. Drei Minuten später baumelte dann eine Finisher-Medaille um meinen Hals. Die Verpflegung war auch spitze. Wasser, Proteindrinks, Bananen und Sammeln. Völlig ausreichend für eine Stunde laufen.

Das eigentliche Ende fand ja im Biergarten nebenan statt. In der Anmeldunggebühr war auch ein Getränkegutschein für diesen dabei. In Kombi mit einem Schälchen Pommes oder Kässpatzen konnte man so der anschließenden Tombola und der Siegerehrung folgen. Danach zogen die Läuferherden zügig ab, so dass die Tiere ihre Ruhe bekamen. Für mich war es ein schönes Erlebnis, von dem ich hoffe, dass ich irgendwann im nächsten Jahr in knappen 24 h Beute reißen und einen Startplatz ergattern kann.

Habt auch noch ein schönes Laufwochenende. The Lion runs tonight!

Würzburger Marathon

Und fertig. Wieder einen gefinisht. Der Würzburger Marathon ist Geschichte. Doch spulen wir auf den Vortag des Laufs zurück. In Würzburg lässt es sich aushalten. Eine tolle Innenstadt zum Flanieren. Für mich ist dabei auch die Anzahl an Eisdielen wichtig und die fällt in Würzburg nicht zu knapp aus. Erstmals konnte ich Safran-Pistazie kosten. Kreativ. Doch leider hört es sich sehr viel besser an, als dass es geschmeckt hat. Des Weiteren stand ja noch die Entscheidung zwischen Residenz und Festung im Raum. Die Würfel sind für die Festung gefallen. Zur Festung hin gibt es einen schönen Fußweg über die Weinberge. Da ich jedoch einen Marathon vor mir hatte habe ich die Autovariante gewählt. Von der Festung hat man einen wundervollen Ausblick über Würzburg, der zu einem Picknick einlädt. Die Festung selbst sieht von Nahem jedoch nicht ganz so spektakulär aus. Ähnliches galt auch für die „Marathon-Messe“. Die war mit einer Hand voll Ständen schnell besichtigt. Lediglich die leckere Pasta hat einen länger in der Halle gehalten. Dennoch, dass Sightseeing am Vortag war recht schön. Nach einer unruhigen Nacht (die gehört zum Startpaket unweigerlich dazu) galt es dann sich an den Start zu begeben.

Der Startbereich ist bewusst etwas enger gehalten. So ergab sich eine tolle Kulisse, mit reichlich Startern und interessierten Zuschauern. 3, 2, 1, Peng und Konfetti. Los ging es. Wie gewohnt, verhalf das Adrenalin dazu die Pace auf den ersten Kilometern gut zu halten. Es ist mir trotzdem gelungen mein Tempo zu zügeln und nur die kleinen Bergab-Passagen etwas schneller zu laufen. Leider habe ich erneut mit einem mittlerweile nicht mehr unbekannten Monsterchen zu kämpfen gehabt. Nein, der „Mann mit dem Hammer“ wartet erst ab 30+ km. Dieses hat sich in letzter Zeit fester in meine Laufhose verbissen. Ich nenne es daher den „Kilometerfresser“. Es sorgt für zusätzliche Laufmeter. Je mehr Meter, desto anstrengender der Marathon und vor allem desto langsamer die Zielzeit. Der Kilometerfresser ernährt sich von Zusatzmetern. So wird aus einem Fresserchen eine ausgehungerte Fressmaschine. Nach dem ersten Kilometerschild, verhalf mir das bis dato kleine Monsterchen schon zu zusätzlichen 50 m. Nicht viel? Dann mal für 42 km hochrechnen (Spoiler: es wären dann 2,1 km mehr!). Egal wie sehr ich mich um eine Ideallinie bemühte, das Monsterchen hielt wohl stets seine Hände vor meine Augen, so dass ich sie häufiger verlies. Zum Glück, habe ich meine Pace ja so gewählt, dass ich einen zeitlichen Puffer hatte. Die Strecke selbst war toll. Wie bereits im vorherigen Beitrag geschrieben bestand sie ja aus zwei 21 km-Runden. Auf einer Runde gab es immer wieder ein paar Bergab-Passagen, an denen man zu Atem kommen oder ein paar Zusatzsekunden herauslaufen konnte. Bergab heißt aber auch bergauf. Der Bergauf-Teil war jedoch nur sehr selten wahrnehmbar. Entlang des Mains sorgten im zweiten Rundenviertel Büsche und Bäume für schattige Abschnitte. Bei der Rückkehr zur Innenstadt (ca. 14 km) bemerkte ich schon, dass der Lauf anstrengend werden würde. Das letzte Viertel hatte etwas von einer Sightseeing-Tour, das einen an den meisten Sehenwürdigkeiten Würzburgs entlangführte und deshalb auch recht kurzweilig war. Dann war es soweit. Die Hälfte war bei 1:36 h geschafft. Aber moment. Laut meiner Pace sollte ich eigentlich 1-2 min schneller sein? Na klar. Der Kilometerfresser. Schon fast 400 m zusätzlich. Meiner Moral war das nicht ganz so zuträglich. An dieser Stelle hat es sich dann auch angekündigt. Das Wetter wurde wärmer, der Lauf anstrengender und die Zusatzmeter sammelte ich ein wie Erdbeeren auf dem Feld. Bei Kilometer 28 war es dann klar. Meine erhoffte Zielzeit werde ich bei diesem Marathon nicht erreichen. Selbst wenn ich die Zähne ganz fest zusammenbeißen würde, so würde ich allein wegen dem Kilometerfresser die 3:12 h nicht knacken. Der Mann mit dem Hammer hakte sich dann zusätzlich bei mir ein. Die zahlreichen Verpflegungsstände sorgten jedoch dafür, dass ich ihn zumindest immer wieder zur Seite schupfen konnte. Das Gehen an den Ständen, um mir mehrere Becher Wasser äußerlich und innerlich zuzuführen, kostete dennoch Zeit. Die letzten Kilometer in der Innenstadt waren dagegen ganz schön. Man bekam Laola-Wellen und wurde mit seinem Namen (der Stand auf der Startnummer) direkt angefeuert. Zwar war ich erheblich langsamer, als zu Beginn, der große Riesenhänger blieb aber durch die Unterstützung aus.

Bei 3:25.17 h lief durch das Ziel. Laut Veranstalter 42,2 km. Meine Laufuhr zeigte mir jedoch auch, dass sich mein blinder Passagier, der Kilometerfresser, nicht sehr artig verhalten hatte. 950 weitere Meter trugen ordentlich (zeitlichen) Balast mit sich. Doch das soll keine Entschuldigung sein. Mein Lauftag und meine Vibes waren diesmal einfach nicht die besten. Es hat diesmal nicht alles zusammengepasst. Dennoch ist das immerhin meine drittbeste Zeit, die ich bisher gelaufen bin. Es aus dieser Sicht zu sehen, fällt mir allerdings noch schwer. Ein Marathon ist aber eben ein Marathon. Deshalb ist diese Distanz so aufregend und spannend. Es kann so viel passieren. Das Rennen kann sich in so viele Abschnitte unterteilen. Man muss unweigerlich mit sich ringen und darf sich dann über die erreichte Finisher-Medaille durchaus freuen. Die 3:12 h zu knacken wird weiter auf meiner Agenda bleiben, jedoch werde ich wohl erstmal wieder ein paar Marathons bestreiten, die mehr als nur 42 km bieten. Der Medoc-Marathon mit seinen Weinständen passt da gut hinein. Berg- oder Ultramarathons stehen ebenso hoch im Kurs und bescheren mir ein wärmeres Bauchgefühl, als momentan ein schneller Stadtmarathon. Mal sehen, wohin die nächsten Anmeldegebühren überwiesen werden. Die nächsten Tage bleiben die Laufschuhe noch im Schrank und dürfen ausmüffeln. Doch danach wird dem Ziehen und Kitzeln im Bauch nachgegeben und wieder Trainingsmeter für das nächste Abenteuer gesammelt. Haltet euren Kilometerfresser auf Diät und habt viel Spaß beim Joggen. Bye bye!

Gleich geht´s los

Sonntag! 26. Mai! Würzburg! Showdown.

Am kommenden Wochenende ist es so weit. Der Würzburg-Marathon findet endlich statt. Letzten Herbst hat de Vorbereitung bereits mit der Ringrunning-Series begonnen. Dazwischen fanden Testläufe wie der Silvesterlauf oder der Wings-for-Life-Worldrun (erst kürzlich) statt. In mir steigt langsam die Spannung. Und ehrlich, ich bin auch ein Stück weit froh, wenn das Wochenende vorbei ist. Nicht falsch verstehen, ich freue mich auf meinen sportlichen Jahreshöhepunkt. Ich bin gespannt was geht, jedoch ist es auch schön nach dem Lauf wieder mehr Zeit für Freunde oder andere Projekte zu haben. Doch zurück zum Marathon. Die letzten Tage habe ich nochmal meine Playlist aktualisiert. Die Laufsachen stehen auch schon bereit (zumindest im Kopf). Vom letzten Rennen habe ich mich soweit erholt und hoffe, dass ich daraus viel Energie ziehen kann. Momentan ist die richtige Menge aus Ungeduld, freudiger Erwartung und Bammel im Bauch. Es kann losgehen. (das ich mich gestern am Oberschenkel an der Badezimmertür gestoßen habe lassen wir mal außen vor ;-P )

Was gibt Würzburg her? Die alte Mainbrücke hebe ich mir für nach dem Marathon auf. Es wäre schön dort erneut etwas zu trinken und auf den Lauf anzustoßen. Die Innenstadt, als auch das Außengelände der Residenz kenne ich bereits. Das Residenzinnere oder die Festung sind allerdings noch weiße Flecken auf meiner Sightseeing-Landkarte. Das Wetter wird am Samstag wohl entscheiden, wohin es geht. Das Marathongelände, mit all seinen Ständen, Imbissbuden und auch der Startnummernausgabe, wird aber selbstredend auch einen Platz auf meinem Zeitplan einnehmen. Dies gehört auch fix auf die Agenda eines Läufers. Hier holt man sich Ideen bzw. Flyer für zukünftige Läufe, kauft sich ein paar weitere Laufsnacks (an sich hat man ja schon seine eigenen für das Rennen mitgenommen) oder erliegt dem Warenangebot an Schuhen, Shirts und Hosen. Doch nicht nur das, sobald man auch nur das Hinweisschild zum Gelände sieht, nimmt das Kribbeln im Bauch weiter zu. Gleichzeitig beruhigt es etwas. Die digitale Streckenkarte und die Bilder auf der Homepage des Marathons bekommen ein Gesicht. Die Startlinie ist nun in Reichweite und nicht mehr so vage wie bisher. Nur noch einmal unruhig schlafen…

Der Würzburg-Marathon besteht aus einer Doppelrunde entlang des Mains. Bei einem Marathon, bei dem es mir um die Zeit geht, finde ich es gar nicht übel, wenn sich die Wegstrecke wiederholt. Die restlichen Kilometer sind so besser abzuschätzen. Man hat eher ein Gefühl, was man noch leisten muss.

Zum Glück ist der Würzburger Marathon recht flach und führt nicht, wie auch extra auf der Homepage beschrieben, über die Weinberge. Diese genieße ich am Tag davor oder ggf. noch nach dem Rennen. Die Strecke muss auch für Bestzeiten geeignet sein, denn sie gehört zu einer der Wenigen, mit der man sich für den weltbekannten Boston-Marathon qualifizieren kann. Seit diesem Jahr beträgt meine Qualizeit 3:10 h. Mal sehen, ob ich die schaffe. Spannend wird es wohl auch beim Startschuss, denn der Knall gilt wohl für mehrere Läufe (10 km, Halbmarathon, Marathon). Am Anfang wird es also ein ziemlicher Slalom und Stau. Hier muss ich mehr als die letzten Male in Regensburg oder auch in München darauf achten, nicht zu schnell anzufangen, nur um die Leute hinter mir zu lassen. Trotzdem muss ich aufpassen von den langsameren Läufern nicht ausgebremst zu werden oder zu viele Zusatzmeter zu sammeln. Es gilt der gleiche Spruch, wie bei allen längeren Sportevents. Zu Beginn des Rennens gewinnt man nicht, aber man kann verlieren. Was jedoch wohl durchaus Antrieb geben wird, sind die vielen Leute, die den Lauf begleiten und eben auch daran teilnehmen. Ist das Event, so wie in diesem Fall, ausgebucht, so ist man nochmal besonders stolz darauf, ein Teil davon zu sein.

Gerne könnt ihr euch in anderer Form an diesem Lauferlebnis beteiligen und spenden. Ich wäre euch dafür wirklich sehr sehr dankbar. Gerne als Belohnung oder gar als Ansporn im Vorfeld. So, dass soll es nun erst einmal gewesen sein. Habt eine gute Woche. Ich melde mich wieder nach dem Lauf =). Time to Play!

Wings for Life – Generalprobe geglückt !?!

Letztes Wochenende, am 5. Mai, war es so weit. Meine letzte lange Trainingseinheit stand in Form des „Wings for Life“-Worldrun an. Schon einmal vorweg: Es war ein tolles Event. Mit über 13.000 Teilnehmern allein in München war ein gute Atmosphäre im Münchner Olympiapark vorprogrammiert. Auch ansonsten stellte der Worldrun einen neuen Teilnehmerrekord auf: über 260.000 LäuferInnen. Wahnsinn. An der Olympiahalle angekommen galt es dann zunächst einmal die Unterlagen und das Runner-Shirt zu holen und sich im Anschluss die Gegend mit meiner Unterstützung anzusehen. Ein paar Pommes fanden auch den Weg in meinen Bauch.

Eine Stunde vor dem Startschuss habe ich mich dann warm gemacht. Dreißig Minuten vor dem Start galt es dann schon sich in seinem Startblock zu begeben. Dies fühlte sich zum ersten Mal etwas komisch an, denn ich startete ganz vorne. Bei den Profis. Bei den Favoriten (auch auf den Gesamtsieg). Zusammen mit Florian Neuschwander (M Gesamt #6), Max Rahm (M Gesamt #5) und Ingalena Schömberg-Heuck (W Gesamt #3). Sehr cool. Letztere fachte alle Läufer vor dem Start sogar noch zu einem Warm-Up an. Da wollte ich dann aber auch, dass ich mir diesen Platz verdiene. Der Ehrgeiz war geweckt. Die zum Ziel gesetzten 34 km mussten auf jeden Fall gehen. Insgesamt waren die deutschen Starter sehr erfolgreich. Jeweils drei Läufer waren bei den Damen, als auch bei den Herren weltweit unter den Top10.

Fünf Jäger in Tracht ließen es dann mit ihren alten Flinten krachen und eröffneten das Rennen. Kurz davor war ich mir unsicher, ob ich noch etwas Langes anziehen sollte oder nicht. Ich entschied mich dagegen und kam mir nicht mal einen Kilometer nach dem Knall der Schützen etwas veralbert vor. Es fing an zu regnen. Aber zum Glück nur leicht und kalt wurde es dadurch auch nicht. Also eigentlich genau mein Wetter. Mein Trainingsplan forderte mich für heute auf 35,8 km bei einer Pace von 5:01 min/km zu laufen. Mein Ziel war es die 34 km zu knacken, wozu 4:40 min/km nötig waren, bevor mich das Catcher-Car einholte. Mein Ego brachte mich jedoch dazu die ersten 10 km mit 4:24 min/km anzugehen. Diese vergingen wie im Flug. Kaum dass ich auf die Uhr gesehen habe, lag der nächste Kilometer schon wieder kurz vor mir. Ich lief also wie ein Anfänger. Viel zu schnell. Von mehr Leuten überholt zu werden, als man sich selbst schnappte war nicht angenehm. Nach dem siebten Kilometer verließen wir den Park und tingelten vielleicht noch weitere 5 km durch München bis wir dann die Vororte unsicher machten. Highlights waren hier zum Beispiel eine Straße in Karlsfeld, bei der nicht einfach nur etwas für die Läufer geklatscht wurde. Es wurde getobt! Zum Vergleichen war diese Ekstase wie die bei Hardcore-Fans, deren Fußballclub gerade ein Tor geschossen hat. In einem anderen Örtchen sorgte nicht nur ein Plakat für „Rückenwind“ sondern auch der Besitzer eines Laubbläsers, der uns Runner damit etwas unterstützen wollte. Beim Halbmarathon waren wir dann auch schon länger aus den Vororten heraus und lernten die kleinen Dörfchen mit deren umliegenden Rapsfeldern kennen. Zu diesem Zeitpunkt war auch das Wetter längst umgeschlagen und die Sonne, sowie leichter (Gegen-)Wind machten auf sich aufmerksam. Meine Pace hatte sich zu diesem Zeitpunkt auf 4:30 min/km normalisiert. Für das Ambiente kann man dankbar sein. Am Abend habe ich mir den Lauf selber nochmals in der Mediathek angesehen. In anderen Ländern wurden den Läufern ein paar Kilometer auf Firmengeländen, Parks oder einfach durch nicht ganz so schöne Stadtgebiete zugeteilt. Ab den 21 km verließ mich dann auch etwas der Flow. Die Kilometer wollten sich nicht mehr ganz so leicht einsammeln lassen. Ich wurde ungeduldiger. Mit etwas Arbeit und meiner Playlist konnte ich mich aber wieder in die Gedankenhülle hineinbegeben und mein Programm wieder abspulen. Die letzten acht K´s (Kilometer) der 34 km lagen vor mir. Langsam musste ich meiner mangelnden Disziplin zu Beginn des Rennens jedoch Tribut zollen. Ich spielte wieder „Eliud“ und lachte. Die Hormonausschüttung half um das Ziel dann zu erreichen. Super. Es war geschafft! Doch wo blieb ds Auto? Nach all der Anstrengung war es schwer sich noch zu motivieren und weiterzulaufen. Ja, man hätte auch einfach auf das Auto warten und sich einholen lassen können. Aber wenn man schon einmal so weit gekommen ist… Hilfreich war ein anderer Läufer dem es scheinbar genau so ging und sein Ausspruch „Jetzt könnte es aber schon einmal kommen.“ Das war der Funke den ich zum Weiterlaufen benötigte. Ich gab mir Mühe meinen Leidensgenossen auf meiner letzten Motivationswelle mitzunehmen, doch dieser wollte nicht mehr so richtig. Danach flitzte ein Radler und ein Motorradfahrer an mir vorbei. „Gleich ist es da!“. Mit mittlerweile 22 km/h fuhr Andreas Wellinger im Catcher-Car dann an mir vorbei. Meine Laufuhr zeigte 4:38 min/h und 36,5 gelaufene Kilometer an. Meeegaaaa! Ich war happy. Das ich so weit komme hätte ich nicht gedacht. Nun galt es nur noch einen Shuttlebus zu erreichen – und das dauerte… noch weitere 3 km. Auf diesem Weg fuhren glücklicherweise zwei Versorgungswägen vorbei. Weiter möchte oder muss ich ein Ehepaar erwähnen, das am Ende eines Ortes geparkt und die Läufer mit einem Kofferraum voller Getränke freiwillig versorgt hat. „Laufen wollen wir zwar nicht, aber zumindest wollen wir uns dann um eure Versorgung kümmern.“ Unglaublich toll. Danke dafür nochmal.

Eine dreiviertel Stunde nachdem ich gecatcht wurde, habe ich einen der letzten Shuttlebusse dann gecatcht. Weitere 30-40 Minuten später liefen wir dann in das Olympiastadion ein (der Bus machte am Stadioneingang halt). Ein paar Athleten waren noch im Stadion und haben uns begrüßt. Vielleicht lag es aber auch daran, dass um das Stadion herum die Versorgungsstelle war 😉 . Nach einem Edinger alkoholfrei -Grapefruit (schmeckt wirkich gut) machte ich mich dann daran meine Unterstützer zu finden, was recht gut und schnell gelang. Während ich mich danach für die Rückfahrt zurecht gemacht habe, waren dann auch die Ergebnisse schon da. Unter den besten 150 deutschland- und den besten 850 weltweit. Yupp, das Ego war zufrieden.

Fazit: Ein paar Verbesserungen müssen noch gemacht werden. Die Generalprobe ist jedoch geglückt. Playlist und Workout haben einen guten Job gemacht. Die Songs haben mich lange getragen und Nacken, sowie Rücken waren nicht verspannt. Vor zu gutem Wetter in Würzburg habe ich jedoch Bammel (Ja, mir ist klar, dass dies Ende Mai sehr wahrscheinlich ist). Letzten Endes war es ein super Tag, der natürlich durch das Ergebnis ein Happy End hatte, jedoch auch und vor allem durch die TeilnehmerInnen inspirierte. Damit sind die angetretenen Rollstuhlfahrer und u. a. die als erste einkassierte Läuferin gemeint. Diese ist aus ihrem Rollstuhl aufgestanden und konnte ein paar Meter ohne Hilfe zurücklegen. Wahnsinn. Das sind die Helden dieses Rennens und auch die Personen für die man unter anderem eben auch antritt. Ich hoffe, dass mir diese Bilder in Würzburg helfen werden. Gleiches wünsche ich auch euch. Bleibt am Ball. Grübelt nicht ob. Macht einfach! Haut rein und bis zum nächsten Mal.

Heldenhaft oder bescheuert?

In dieser Trainingswoche hat das Aprilwetter seinem Ruf alle Ehre gemacht. Vor sieben Tagen ging es noch mit kurzer Hose und Shirt durch die Heiden, gestern hatte ich mein Winteroutfit (2x Buff, lange dickere Hose, dickes Oberteil, Jacke, dünne Regenjacke) an. Der erste Schritt aus der Haustüre sorgt da meist im Kopf für die folgenden konditionierten Worte: „Och nö!“ oder „Nicht so richtig viel Bock!“ und „Na komm schon. Es steht auf dem Plan!“ Nach ein paar Minuten sind diese Worte auch schon hinausgeschwitzt. Gestern war ein Intervalltraining angesagt. Heißt 7 x 6 min mit einer Pace von 3:56 min. Dazwischen 2 min. Trabpause (ich habe gemogelt; ich habe 3 min. daraus gemacht) Um es sich noch besser vorstellen zu können: Pro Intervall kommen gute 1,5 km zusammen. Die Intervalle sind immer wieder hart und nach der ersten Hälfte muss man sich selbst hier und da ein wenig tadeln um dem Teufelchen auf der Schulter nicht nachzugeben. Das Beelzebübchen ist nämlich sehr gechillt: „Wenn du etwas langsamer bist, ist das doch auch nicht schlimm. Hetz´ dich doch nicht so. Fünf Intervalle reichen doch auch aus.“ Am gestrigen Tag sorgte der Wind auch noch für Verstärkung dieser Gedanken. Bei Gegenwind wurden aus den 3:56 min/km plötzlich bis zu 4:28 min/km. Und das über eine längere Strecke. Der Wind hatte auch etwas für Humor übrig, denn auf dem Rückweg hat er sich öfters ausgeruht oder wollte für Abwechslung sorgen und drehte seine Richtung. Naja, ich habe es überstanden und auch wenn die Zahlenwerte auf meiner Uhr nicht immer mit denen auf dem Trainingsplan übereingestimmt haben, so waren die Anstrengung – und damit hoffentlich auch der konditionelle Fortschritt – die gleichen.

Und nein! Das hat nur indirekt mit der Überschrift meines Beitrags zu tun. Solche Einheiten, auf die man absolut eine Lust hat oder die durch andere Faktoren erschwert werden, gehören dazu. Bei gut vier Monaten Vorbereitung sammeln sich da aber ein paar. Hinterher ist man immer froh „sein Ding durchgezogen“ zu haben, doch es zehrt auch an einem. Man macht es aber für diesen einen Moment: Das Übertreten der Marathonziellinie! Und nun bin ich endlich beim Thema. Diese Woche bin ich im Internet auf eine Nachricht zum Paris-Marathon gestoßen. Im Anhang konnte man sich ein ca. halbminütiges Video über einen Läufer ansehen, dem vielleicht ca. 100 m vor der Ziellinie die Kräfte ausgegangen sind. Der saß auf dem Boden und bemühte sich wieder aufzustehen. Die Versuche scheiterten. Es sah aus wie bei einer durchzechten Partynacht. Sternhagelvoll auf der Straße liegend. Keine Ahnung mehr wo man eigentlich ist und wie man nach Hause kommt. Zurück zum Läufer. Zwei Volunteers griffen ihm unter die Arme und gingen mit ihm durch das Ziel. Dieser eine letzte Schritte löst ohnehin schon sehr starke Emotionen aus. Keine Ahnung wie es in diesem Fall gewesen sein muss. Und nun zur Eingangsfrage: Heldenhaft oder bescheuert? Das wurde auch im Netz diskutiert. Die offiziellien Medien feierten den Läufer. In den Kommentaren waren Anmerkungen wie „Ist es das wirklich wert, in diesem Zustand zu enden?“, „Das ist einfach nur total bescheuert!“ oder „Es gibt nichts Schönes und Inspirierendes an jemandem, der einen Zusammenbruch erleidet: Dieses Video ist eine Schande!“ zu lesen.

Tja, was stimmt nun? Ja, das Video spornt Unerfahrene oder Neulinge nicht wirklich an, sondern schreckt wohl mehr die meisten ab. Aber zeigt es nicht auch, dass man bereit ist zu kämpfen um sein Ziel zu erreichen? Diese Eigenschaft kommt wie ich finde zunehmend in der Gesellschaft aus der Mode. Ich möchte mich hier auf keine Seite schlagen, sondern euch bewusst selbst Gedanken dazu machen lassen. Die Ist-es-das-wert-Frage oder Warum-macht-macht-man-das-Frage stellt man mir auch immer wieder. Auf die bin ich ja schon immer wieder mal eingegangen. Um so zu enden nicht. Aber 100 m vor Schluss aufzugeben, wenn man bereits 42,1 km gelaufen ist? Denkt auch an die ganzen Einheiten die ich euch davor beschrieben habe. Das ganze Zähnezusammenbeißen taucht in diesen letzten Metern wieder auf. Vielleicht gibt es noch einen ganz besonderen Grund den Marathon absolviert zu haben? Versetzt euch mal in die Lage! Schwer da rauszukommen wie ich finde. Die andere Seite: Ok, inspirierend oder gar schön vielleicht nicht. Aber ggf. ein Ansporn es besser zu machen? Wie gesagt, eine eindeutige Meinung gibt es dazu nicht. Wörter wie „Schande“ verbitte ich mir aber für Personen die alles gegeben und vielen Unwegsamkeiten getrotzt haben! Sowas kann, denke ich, nur von Leuten kommen, die überhaupt keine Sport-Erfahrung haben und selber den Hintern nicht hochbekommen.

So, nun ist es an euch, euch ein eigenes Bild zu machen. Was hätte noch alles Schlimmes passieren können? Wie stolz ist er nach einer Woche danach gefinisht zu haben? Muss man nicht auf die Familie Rücksicht nehmen? Beeindruckend, wenn sich jemand so durchkämpft? Ich wünsche euch viel Spaß beim Grübel, Diskutieren und Laufen. Bis demnächst mal wieder.

Urlaub vs. Training

Hui, nun hat es gedauert mit dem Beitrag. Entschuldigt bitte. Ich hatte eine kleine „Verschnaufpause“ um beim Thema zu bleiben. Innerhalb der letzten vier Wochen war ich zwei davon im Urlaub. Während der Marathonvorbereitung nicht ganz ideal, wie ihr euch bestimmt selber denkt. Mit der Hoffnung, den Urlaub etwas abfedern zu können, habe ich extra zwei Wochen mehr Training eingeplant um diese Zeit der läuferischen Lethargie kompensieren zu können. Ich selbst bin nicht der riesige „All Inclusive“-Fan, jedoch habe ich die Annehmlichkeiten genutzt – und dabei meine ich nicht nur die an der Poolbar ;-P. Die zweite Woche meines Urlaubs war eine Hotelwoche. Meine Unterkunft hielt auch ein Gym bereit. Und wenn es doch dann schon die Möglichkeit gibt… nagt das Gewissen. Also habe ich zumindest zweimal den Pool verlassen und habe mich seit Jahren wieder auf ein Laufband geschwungen. Dabei konnte ich relativ gut auf Temperatur trainieren. Auf was? Ja, richtig gehört: Auf Temperatur! Bei über 30 °C ohne Klima im Raum wird es schnell warm. Nach einer Stunde habe ich ausgesehen, als ob ich in einen gewaltigen Regenschauer gekommen wäre. Alles klebte an mir. Beim Auswringen meiner Kleidung wurden mit Sicherheit, ohne Übertreibung, drei/vier Cocktailgläser voll. Gut, dass die Getränke ja all inclusive waren. Einheit Nummer drei gestaltete ich etwas anders. Leider hatte ich die typische deutsche Touri-Bräune. Arme braun-rot und der Oberkörper weiß. Dagegen wollte ich etwas machen. Also beschloss ich eine Strandeinheit zu absolvieren. Diese war wirklich etwas besonderes. Pace? Vergiss es! Barfuß im nachgebenden Sand habe ich mich schnell damit arrangiert ohne Zahlen (Zeit, Strecke, Pace) zu laufen. Und das war super so. Geschont habe ich mich nicht und dennoch war es sehr meditativ. Dort wo der Strand beinahe so fest wie ein befestigter Weg war habe ich Gas gegeben. An den Stellen, wo ich mit den Zehen eingesunken bin, glich ich den Speed an und lief so, dass ich mehrere Kilometer bei diesem Grund laufen konnte. Ich musste mich an die Obstacle-Races erinnern, an denen ich teilgenommen habe. Die Feuchtigkeit im Sand gab nicht wirklich einen Anhaltspunkt, wo es sich gut laufen lief. Mal war der feuchte, mal der trockene, mal der algige Teil besser. An manchen Stellen bin ich sogar bis zur Wade eingesunken. Anstrengend war das auf jeden Fall, aber auch genauso lustig. So konnte ich die ganze Touri-Promenade auskunschaften und gelang nach ca. 1,5 h hin und her und hin und her wieder zurück zum Hotel. Die 10k waren mir sicher. Falls ihr mal die Gelegenheit habt: Probiert es aus. Es ist wirklich toll. Ah! Und mein Ziel habe ich zu 95% erreicht. Mein weißer Body ist braun geworden.

Als ich dann am Samstag nach zwei Wochen wieder im eigenen Bett gelegen bin, habe ich beschlossen die vierte und letzte Wocheneinheit am Sonntag auch noch durchzuziehen. Somit war „nur “ eine Woche lauffrei, die sich hoffentlich nicht zu sehr auf meine Fitness ausgewirkt hat. In der vergangenen Woche habe ich zwar schon gemerkt, dass ich Urlaub hatte, aber die Einheiten liefen ok. Außer die langen 35 km am Wochenende. Diese Einheit trug zu großer Ernüchterung bei. Nun bleibt abzuwarten, ob mein Trainingspuffer groß genug ist um den Rückstand aufzuholen. Drückt mir die Daumen. Doch nach Schatten kommt auch wieder Licht! Bleibt selber auch am Ball und auf der Spur! Viel Spaß beim Laufen.

Wein, Spiel, Wein und Marathon

Was soll das für eine Kombi sein? Passt doch eigentlich gar nicht zusammen. Und doch kann ich ohne Schwindeln behaupten, dass im Sommer zu meinem Marathontraining ebenso der Konsum des ein oder anderen Gläschens Wein gehört. Der Medoc-Marathon bei Bordeaux (FRA) macht diese seltsame Mischung nämlich zur Wahrheit. Für die, die es nicht wissen: Die Region um Bordeaux ist ein sehr großes Weingebiet mit erstklassigen Tropfen. Genau durch dieses Weingebiet führt stets Anfang/Mitte September ein Marathon. Das ist aber ja nicht sooo spannend. Als ob man vor einem Hund mit einem Knochen wedelt und diesen nie dem Schwanzwedler gibt. Oder wie die Karotte die vor dem Esel baumelt. Nein, nein, so ist es bei diesem Marathon nicht. Die dort wohnenden Winzer stellen sich mit den Wasser-Stationen usw. zusammen und geben gratis einfach die Weine aus. Für alle LäuferInnen. So viel mal will. Und das sind nicht nur vier oder sechs Winzer, es sind fast jeden Kilometer solche Weinstände zu testen. Das ist wirklich ein besonderes Erlebnis. Hier wird also weniger um Zeit gelaufen, sondern mehr zum Sport „etwas“ gefeiert. Um sicher zu gehen, dass dieser Spaßfaktor auch von jedem wahrgenommen wird, wird zusätzlich etwas verlangt. Dies wäre die Laufausrüstung. Jedes Jahr gibt es ein Thema, zu dem man sich verkleiden muss. Dieses Jahr ist es das Thema „Spielen“. Von der Olympia bis hin zum Casino. Eine Verkleidung ist Pflicht! Und es geht noch weiter. Es gibt nicht nur zu trinken, sondern auch zu essen. Nicht einfach die Banane oder den Powerriegel, sondern so exquisite Sachen wie Steak oder Austern. Kulinarisch meets sportlich.

Dieser Marathon gehört somit wieder zu den ganz besonderen. Daher ist er auch sehr beliebt und es ist mehr als schwer an Karten zu kommen. Dieses Jahr wurde deshalb nicht einmal ein konkretes Anmeldedatum genannt. „Anmeldung ist im März. Die erste Welle beginnt am Vormittag, die Zweite 7-10 Tage später am Nachmittag.“ Das waren bzw. sind die Infos. Am 5. März habe ich um 9:00 Uhr nochmal nachgesehen, ob eine Anmeldung möglich ist. Da war noch nichts zu machen. Zur Mittagszeit (12:35 Uhr) habe ich dann von meinem belgischen Laufkumpel Jo die Nachricht bekommen, dass nun bereits alle Plätze weg sind. Mist! Als ich die SMS jedoch genauer gelesen habe, also auch den Anfang, ist mir eine wichtige Zusatzinfo aufgefallen: Jo hat für uns beide noch Tickets ergattert. Wahnsinn! Und zwar mehrere Dinge. Zum einen natürlich, dass wir Karten haben, zum anderen, dass binnen von zwei Stunden alle Tickets weg sind (er hat uns um 10:30 Uhr angemeldet). Nun geht´s an die Reiseplanung und natürlich an die Verkleidung.

Ich freue mich riesig, dass ich nun auch wieder einen besonderen Marathon absolvieren kann. Auf meiner To-Do-Liste steht der Medoc-Marathon nämlich schon mehrere Jahre. Für dieses Mal möchte ich mich mit einem „Prost“ verabschieden. Viel Spaß beim Saufen ähhhh Laufen.

Workout

Willkommen in Woche 8. Die ersten Ü30-Läufe wurden erfolgreich absolviert und auch ansonsten musste erst eine einzige Einheit gestrichen werden. Krankheit, Impfen und Terminstress haben es zuletzt nicht leicht gemacht alles auf die Kette zu bekommen. Dabei musste leider auch mein Workout etwas darunter leiden. „Warum denn auch noch Workout? Reicht´s nicht einmal?“ Doch. Schon. Aber das Workout dient weniger der Strandfigur – obwohl es schon einen dezenten Effekt hat – als vielmehr dem lockeren Laufen. Ging es euch nach längeren Läufen nicht auch so, dass euch der Nacken oder der untere Rücken danach weh getan hat? Falls ja, dann kennt ihr jetzt die Antwort darauf. Workout! Nach jedem Lauf noch 15 – 20 Minuten Muskeltraining wirkt echt Wunder. Am Wochenende habe ich es deutlich gemerkt, dass ich fast zwei Wochen ausgesetzt habe. Was wären denn nun passende Übungen? Naja, ich bin ja kein Fitnessprofi, aber die Übungen, die mir gut tun teile ich gerne mit euch. Welchen Einfluss diese auf euch haben weiß ich nicht. Gebt also Acht! Alles Lottozahlen, also ohne Gewähr.

Übung 1: Nacken – Theraband > Aufrechten, hüftbreiten, parallelen Stand auf der Mitte des Therabandes einnehmen > Die Enden jeweils mit den Händen fassen > Das Band leicht auf Zug bringen > Die Arme seitlich gestreckt gegen den Widerstand des Bandes auf Schulterhöhe anheben > Langsam wieder in die Startposition absenken

Übung 2: Oberschenkel – Türrahmen > Mit dem ganzen Rücken an den Türrahmen lehnen (kein Holkreuz) > Beine nahezu in einen 90° Winkel bringen > Position so lange wie möglich halten

Übung 3: Rücken, Brust – Liegestütze

Übung 4: Bauchmuskeln – Ellenbogen zum Knie Bauchpresse > Mit dem Rücken auf den Boden legen und Füße anziehen, so dass die Knie nach oben schauen > Hände hinter den Kopf > Oberkörper leicht anheben und versuchen mit dem rechten/linken Ellbogen das linke/rechte Knie zu berühren

Übung 5: unterer Rücken – Vierfüßler > Vierfüßlerstand: Hände unter den Schultern und Knie unter der Hüfte aufgestellt > den rechten Arm und das linke Bein anheben und beide richtig nach vorne bzw. hinten strecken > Achtung: Rücken gestreckt lassen und kein Hohlkreuz bilden > den rechten Ellenbogen und das linke Knie unter sich zusammenziehen; Rücken dabei nach oben abrunden > Arm und Bein wieder ausstrecken (mit geradem Rücken) > 10 – 15x wiederholen und dann Arm und Bein wechseln

Übung 6: Rücken, Bauch – Low Planks > verharre mit den Unterarmen auf dem Boden > Ellbogen befinden sich lotrecht unter den Schultern > Wichtig: nicht durchhängen (Hohlkreuz vermeiden), aber auch nicht im extremen Rundrücken planken > Bauchmuskeln während der Dauer der Übung ganz bewusst anspannen

Aus diesen sechs Übungen wähle ich mir pro Einheit immer 3 – 4 aus und tausche durch. Probiert es aus. Ein Effekt lässt nicht lange warten. Ich hoffe, dass ihr mit den Übungen genau so viel Spaß habt wie mit den Zeichnungen. Die waren mir aufgrund der Bildrechte lieber. Falls ihr euch nichts darunter vorstellen könnt, so gebt die Übungen einfach mal ins Netz ein. Ihr werdet sehr schnell fündig werden. Da ich gestern das Workout wieder entfallen lassen musste werde ich mich jetzt auf die Matte legen. Macht es gut.

Running Singers & Fans erzielen Spendenrekord

Heute war wieder eine lange Einheit dran. Musik? Auf jeden Fall! Doch diesmal war kein MP3-Player nötig. Die knapp 32 km gab es nur Kopf-Musik. Über zweieinhalb Stunden nur „Prada“ und, zu 80%, „I´m Gonna Be 500 Miles“. Aber ein Special! Kein normaler Remix oder ein Mashup. Nein, ein Song mir zu Ehren.

Ich hatte nämlich Geburtstag. Die „Running Singers“ boten den Song „I´m Gonna Be 500 Miles“ (The Proclaimers) mir zu Ehren im Läuferdress etwas anders dar. Während ihr das Original-Lied mal laufen lasst, könnt ihr hier den, aus meiner Sicht lyrisch ansprechenderen, Runner-Text mitlesen (aufgrund der begrenzten Textverarbeitungsfähigkeiten des Homepageprogramms, musste ich die Absätze leider mit „/“ markieren);

„Unser Nico, das Leben war oft nicht ganz leicht, / doch du hast wirklich schon super viel erreicht. / Unser Nico, in deiner Lehre war es Strom, / doch jetzt als Lehrer hast du einen strengen Ton. / Unser Nico, ein Spartaner, stark und fit, durch den Schlamm zu rennen ist dein größter Hit. / Unser Nico, in der Küche bist du groß, / denn die Rezepte, die du kochst die sind famos.

Refrain: Rennst 40 Kilometer weit / jedes Mal in einer Spitzenzeit. / Du rennst so weit man glaubt es kaum / für jeden Meter wächst ein Baum.

Unser Nico ist ein ganz besondrer Mann, / ein Mann, der keiiin Gemüse essen kann. / Unser Nico, ja er ist so durchtrainiert, / aber sich dennoch vor gesundem Essen ziert. / Unser Nico, ist erst nach 17 Kugeln satt, / denn hört er Eiscreme, ja dann wendet sich das Blatt. / Und auch Spareribs, schön garniert mit Pommes Frites, / die sind sehr schnell in seinem Mund, das ist kein Witz.

Refrain: Rennst 40 Kilometer weit / jedes Mal in einer Spitzenzeit. / Du rennst so weit man glaubt es kaum / für jeden Meter wächst ein Baum.

Unser Nico, ist außerdem sehr kreativ, / entzückt von Graffities von Rom bis Tel Aviv. / Unser Nico, malt Zuhaus die Schränke an, / damit man easy seine Kunst bestaunen kann. / Nico hat Klasse, da kann man sagen was man will, / denn er liebt Célia und zudem Terence Hill. / Nicos Sprüche, die sind nicht selten selbst kreiert / und haben schoooon so manchen deklassiert.

Refrain: Rennst 40 Kilometer weit / jedes Mal in einer Spitzenzeit. / Du rennst so weit man glaubt es kaum / für jeden Meter wächst ein Baum. / Ni-Ni-Nico, Ni-Ni-Nico Ni-Ni-Nico, Ni-Ni-Nico, Nini-nini-nini-nini-ni-ni / Ni-Ni-Nico, Ni-Ni-Nico, Ni-Ni-Nico, Ni-Ni-Nico, Nini-nini-nini-nini-ni-ni

Zusatzstrophe: Unser Nico, der läuft wie ein junges Reh, / ob in der Wüste oder gar auf Eis und Schnee. / Unser Nico, auf dem Radl elegant, / mit seinem Bruder eist die Alpen überwand. / Doch auch als Lehrer haben Schüler die Schüler mit ihm Glück, denn er löst spielerisch die Rätsel der Physik. / Unser Nico, gestaltet sogar Bücher mit, / ja er scheint auuuuch im Oberstübchen fit. / Ja er scheint auuuuch im Oberstübchen fit.

Refrain: Rennst 40 Kilometer weit / jedes Mal in einer Spitzenzeit. / Du rennst so weit man glaubt es kaum / für jeden Meter wächst ein Baum. / Ni-Ni-Nico, Ni-Ni-Nico Ni-Ni-Nico, Ni-Ni-Nico, Nini-nini-nini-nini-ni-ni / Ni-Ni-Nico, Ni-Ni-Nico, Ni-Ni-Nico, Ni-Ni-Nico, Nini-nini-nini-nini-ni-ni / Rennst 40 Kilometer weit / jedes Mal in einer Spitzenzeit. / Du rennst so weit man glaubt es kaum / für jeden Meter wächst ein Baum.

Ein weltklasse Lied – was mich heute ständig begleitete. Diese Running Singers traten natürlich nicht umsonst auf. Wer sie hören wollte musste blechen. Natürlich nur im übertragenen Sinn. Die Band und Zuhörer, allesamt bestehend aus Familie und Freunden, haben für mein Geburtstagsgeschenk zusammengelegt. Ich habe mir einfach Spendengelder gewünscht. Diesem Aufruf sind seeehr viele nachgekommen, so dass mir fast die Augen aus dem Gesicht geflogen sind, als ich die Spendensumme gesehen habe. Unglaubliche 865,40 € (die krumme Summe finde ich mega witzig) kamen zusammen. An dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön! Ihr seid wirklich super! Falls ihr Leser euch wundert, weshalb zum einen 866 € auf dem Bild erscheinen und zum anderen mein Namen als Spender zu sehen ist … man kann keine Centbeträge spenden und ich habe das Spendengeld ausnahmsweise persönlich überreicht bekommen. Es war ja mein Geburtstag. 100 % sind davon auch überwiesen worden. Nun kann ich eure Gesichter zwar nicht sehen, doch ich bin sicher, dass euch nun auch ein „Wow!“ oder „Hey, krass!“ oder irgendwas anderes in dieser Richtung bei diesem Meeegaaaa-Spendenbetrag über die Lippen gekommen ist. Werdet doch auch ein Teil davon und macht mit. Nicht für mich, sondern für die Natur. Dafür habt ihr ja jetzt einen neuen Song auf eurer Playlist ;-). Viel Spaß beim Laufen und dem neuen Ohrwurm (Ni-Ni-Nico, Ni-Ni-Nico =) ).

Die Running-Singers

Die Neue (Vol. 2)

Anfang November habe ich euch von meiner neuen Laufuhr und meinen Anforderungen daran geschrieben. Letzteres hat sich nicht geändert. Die ersten beiden Trainingseinheiten waren soweit auch gut, doch als dann mal ein Intervall und Tempoänderungen an der Reihe waren, waren die Anzeigen auf der Uhr für mich nicht die, die mir geholfen hätten. Wie lange laufe ich schon in der neuen Runde? Was ist meine aktuelle und durchschnittliche Pace (auf einer Anzeige)? Welchen Speed habe ich nun, wie lange laufe ich diesen und welche Strecke habe ich bereits gemacht? Schlicht weg, so wie es eben bei meiner „Steinzeituhr“ war. Die Folge: Die Polar Pacer und ich haben uns wieder getrennt. Nun bin ich wieder mit meiner Alten happy bzw. mit ihrem Nachfolger, der Polar M430. Im Vergleich zur alten Polar M400, vibriert auch diese nach jedem Kilometer und ein Brustgurt ist auch nicht mehr nötig. Ansonsten alles wie beim Alten. Kleine Upgrades zu wirklich minimalem Preis. Und nur damit wir uns nicht missverstehen: Die Pacer war nicht schlecht, sie hat aber einfach nicht zu mir gepasst. Morgen binde ich meine M430 wieder fest an mich, auf dass ich wieder ihre „Vibes“ nach jedem Kilometer spüre und sie mir zum Trainingsende schmeichelt, wie gelungen die Einheit war (diese Feedbackoption gibt es tatsächlich). Habt in der neuen Woche ebenfalls wieder viel Spaß mit euren TicTacs.

Polar M430
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