Nico runs 4 nature

Time 2 Play!

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Zu früh gefreut

Die letzten Worte meines letzten Beitrags klangen verheißungsvoll: „Ich werde endlich ein Mountainman.“ Der Mountainman ist eine Laufserie bei der schöne Trailläufe in Deutschland und Österreich auf verschiedenste Distanzen rund um das ganze Jahr abgehalten werden. Am 15. März hätte es den nächsten bei Reit im Winkl gegeben. Hervorragend um etwas Erfahrung bei Bergläufen sammeln zu können. Sogar das Startpäckchen mit Startnummer, Handwärmer, Traubenzucker und Shampoo hatte den Weg zu mir gefunden. Doch zu früh gefreut. Leider bin ich von den letzten drei Wochen die Hälfte mit Fieber im Bett gelegen. Eine Teilnahme erscheint daher wenig gesund und sinnvoll, auch wenn das Herz blutet.

Mit Blick nach vorne muss nun ohne dieses Event auf den Höhepunkt hintrainiert werden. Dieser wird nämlich der Stubai Ultra werden. Mein erster Ultra (59 km)! Über den erzähle ich euch jedoch ausführlicher, wenn es so weit ist. Momentan geht es zunächst darum einen Trainingsplan zur Vorbereitung aufzustellen. Und das ist ebenfalls eine kleine Herausforderung. Wie ich diese bewältige erzähle ich im nächsten Beitrag. Nun heißt es erst einmal gesund werden. Viel Spaß beim Laufen.

„Tief unter der Erde“ – Der Kristallmarathon

Was singen „der kleine König Kalle Wirsch“ und seine Erdmännchen aus der Augsburger Puppenkiste noch gleich? Ah ja, genau: „Tief unter der Erde, da ist es schön! Ho la dihi, ho la di ho.“ (zum Mitsingen)

Am 16. Februar war es auch für mich unter der Erde schön. Ganze 500 Meter unterhalb des Erdbodens fand im Erlebnisbergwerk Merkers (Thüringen) der 17. Kristallmarathon statt. Schon alleine das Setting war wieder einmal ein kleines Abenteuer und motivierte sehr zum Laufen. Zunächst musste man durch das Salzbergwerk flanieren um den Infopoint zu finden. Danach ging es dann schnell. Schutzhelm auf und mit dem Fahrstuhl in vielleicht einer Minute die genannten 500 m runter. Von da aus wurden wir Läufer mit unseren Begleitern mit dem Fahrzeug zum Startplatz gefahren. Der Fahrer hatte es dabei ziemlich eilig, so dass wir ordentlich in die Kurven gepresst wurden. „Ist ja schließlich ein Erlebnisbergwerk.“ brüllte er bei einer Kurve zu uns lachend nach hinten. Der Startplatz war dann durchaus … Wow! In Mitten dieses Berges wurde eine riesige Halle herausgefräst, welche als Konzerthalle genutzt wird. Hier befand sich die Start-/Ziellinie, der Bereich zum Umziehen, einer der beiden Verpflegungsstationen, sowie die einzigen hundert Meter, bei denen sich Zuschauer aufhalten durften. Kurz vor dem Start, wurde dann nochmal einer draufgesetzt. Wir durften einer großen Lasershow beiwohnen. Stimmung, Stimmung, Stimmung. Jetzt wollten wir (Halb-)Marathonis unbedingt los. Und Zack!

Eine Runde war 3,3 km lang. Für uns Marathonis bedeutet es also 13 Runden zu drehen. Es war wirklich aufgregend. Ich war fest konzentriert und wollte nicht überpacen. Doch der Blick auf die Uhr war …nichtssagend. Richtig! 500 Meter unter der Erde gibt es kein GPS und der Indoor-Modus meiner Uhr war eher s…alzbergwerk. Zum Glück hat man seine Pace aber ja ansatzweise in den Füßen und im Gefühl. Darauf habe ich in der Vorbereitung extra geachtet. Doch erneut s…alzbergwerk! Der Kurs durch das Bergwerk war keine ebene Touri-Route, sondern bestand aus den Wegen der Minenfahrzeuge. Es ging also hoooooch und ruuunter. Hoooooch und ruuunter. Nach rechts und wieder nach links. Die einzigen Meter bei denen es geradeaus UND ohne Steigung vorwärts ging, waren die in der Konzerthalle. Keine Chance sich da strukturiert nach Pace fortzubewegen. Insgesamt habe ich 780 Höhenmeter gesammelt. Die Steigungen und vor allem die Gefälle hatten dabei teilweise zweistellige Prozentwerte. Die Strecke wurde dann noch mit einer weiteren Verpflegungsstation, einer kleinerer Lichtanlage und ein paar ausgedienten Minenwagons verziert. Obwohl ich also 13x die gleiche Runde zurücklegen musste, ist es daher keineswegs langweilig geworden.

So kam es, wie es kommen musste. Die ersten drei Runden absolvierte ich zwischen 16:30 min und 17:00 min. Zu schnell, denn das ist eine Pace zwischen 4:59 min/km und 5:08 min/km. Bei einem normalen Marathon, hätte ich das ggf. gepackt, doch mit diesem Kurs… keine Chance. Nach jeder Runde konnte man seine Zeit und sogar seine Platzierung sehen. Der Marathon wurde also auch sehr professionell gestaltet. Mir war also nach den ersten Runden bereits klar, dass ich zum Schluss sehr leiden werden muss. Und so war es auch. Für die letzte Runde brauchte ich satte fünf Minuten länger als für meine erste. Doch bis dahin genoss ich den Lauf, denn sowas werde ich wohl kein zweites Mal erleben. Des Weiteren war dieser Marathon die perfekte Vorbereitung für mein nächstes Rennen. Runde 11 war dann echt zäh, 12 und 13 wirklich bitter. Doch dann hatte alles Gute – nach 4:00.28 h – ein Ende. Dies brachte immerhin Platz 28 von 188. Nicht ganz schlecht. Aber genug Luft nach oben.

Meine Highlights auf der Strecke? Neben der Strecke selbst, traf ich wieder ein Pärchen, welches mir beim Hockenheimring aufgefallen ist. Warum ich mich an die erinnern konnte? Es war das Barfuß-Pärchen. Auch diesen Marathon durchliefen sie größtenteils ohne Schuhwerk. Dazwischen mussten sie auf Flipflops umsteigen. Trotzdem einfach krass. Ein schönes Bild gab dann ein weiteres Pärchen ab. Einer der beiden war wohl eher am Ende der Kräfte und sie liefen nebeneinander her. Händchenhaltend im Einklang. Wundervoll.

Echt platt holte ich mir meine Medaille ab und war froh, mich endlich setzen zu dürfen. Die Medaille hatte einen sehr kreativen Look, nämlich den der Fahrmarke für den Aufzug, die wir zur Fahrt nach unten benötigt haben. Der Weg zu den Fahrzeugen, die uns dorthin zurückbrachten, schmerzte sehr in meinen Beinen, ebenso wie die ganzen Treppen, die ich zum Duschen über Tage wieder hinunterlaufen musste. Doch der Duschbereich entschädigte durch sein Design. Mit Flaschenzügen konnte man seine Klamotten hoch- und runterlassen. Für mich war das jedenfalls wirklich witzig. Frisch geduscht konnte ich mich dann auf den vierstündigen Heimweg machen. Zum Glück als Beifahrer.

Doch am 16. März wird wieder gelaufen. Das nächsten Event wartet. Ich werde endlich ein Mountainman.

Gutes Neues

„Hallo und ein gutes neues Jahr!“ dürfte für die nächsten Tage die Anfangsfloskel einer jeden Unterhaltung sein. Ich wünsche euch aber wirklich ein tolles neues und gesundes (Lauf-)Jahr in dem ihr eure Vorhaben und Ziele erreicht und euch über ein tolles warmes und ggf. stolzes Gefühl im Bauch am Ende eures Projektes erfreut.

Seid ihr die ersten Kilometer im neuen Jahr schon gelaufen? Bei mir wird es ehrlicherweise erst morgen so weit sein. Zuletzt war ich jedoch nicht untätig. Wie nahezu jedes Jahr habe ich am Silvesterlauf in Gersthofen teilgenommen. Bei Minusgraden stapfte ich dabei in die Sporthalle um mir meine Startnummer zu holen und schaute mir den Start des „Flitzilaufs“ an. Das Teilnehmerfeld besteht hier aus LäuferInnen die die Ein-Meter-Marke noch nicht oder nur knapp erreicht haben. Die „next Generation“ muss bei diesem Lauf eine Stadionrunde unter einigem Zuschauergetose absolvieren. Dann war es Zeit für das Aufwärmen (wie erwähnt hattes es Minusgrade) und sich selbst in das Starterfeld einzureihen. Traditionell wurde der Hauptlauf durch den Schützenverein eröffnet. Die ersten beiden, von insgesamt 9,6 Kilometern, wurden in der Stadt gelaufen. Dann vollzog sich ein Wetterwechsel. Das Grau wurde von strahlendem Blau mit Sonne abgelöst, was hervorragend zum Feldweg-Teil der Strecke passte. Der Frost an den Bäumen glänzte und funkelte. Und: es lief überraschend gut! Zwei Wochen zuvor hatte ich noch Probleme meine Pace zu halten und unter die 41 Minuten-Marke zu kommen. Nach der Hälfte des Laufs schien diese sehr greifbar zu sein. Ein paar Bläser- und Zuschauergruppen versüßten noch diesen Teil der Strecke. Die Menschenmenge wurde dann von vier Rehen abgelöst, die sich entweder von uns Sportlern gestört fühlten oder selbst am Lauf teilnehmen wollten. Da es eine völlig freie Fläche war, konnten diese viel Speed aufnehmen und waren gut zu erkennen. Zum Glück, denn sie kreuzten den Laufweg ca. zehn Meter vor mir. Da es nicht so leicht war ihren Laufweg einzuschätzen bremste ich ein wenig ab, um noch genügend Abstand zu haben. Das Bild der Rehe bei dem fabelhaften Wetter machte den kleinen Zeitverlust jedoch mehr als wett. Hier und da jubelten im Anschluss noch ein paar Leute und Rotkreuzler (die nur zur Sicherheit abgestellt wurden) und dann ging es auf die letzten 1,5 km in den Zielsprint. Tadahhh, die 41 Minuten konnten mehr als geknackt werden. Dank tollen Mitläufern, durch die ich mich immer wieder pushen und heranziehen konnte, habe ich das Ziel bei 40:12 Minuten (124 von 1191) erreicht. Mit dieser Zeit bin ich mehr als happy, denn so nahe an den 40 Minuten zu sein hatte ich eigentlich nicht vor. Die kleine Nervensäge im Kopf nörgelt(e) dennoch, weshalb ich nicht hier und da etwas schneller gelaufen bin. Aber egal, es bleibt für mich eine tolle Zeit. Mindestens genauso schön waren jedoch die Gesichter, die ich jedes Jahr an selber Stelle treffe, und mit denen ich wieder einen netten Plausch halten durfte.

Abgesehen vom Silvesterlauf ging es eher organisatorisch ums Joggen. Ich konnte mein Laufjahr nun endlich mit tollen Events pflastern und mich für die meisten anmelden. Abgesehen vom Kristallmarathon und dem Wings-For-Life-Worldrun warten nun wieder tolle und vor allem mal wieder neue Herausforderungen auf mich. Wie angekündigt geht es nämlich nun auf bergiges Terrain zum Trailrun. Genaueres erfahrt ihr aber erst in nächster Zeit. Ich brauche ja schließlich noch Material für meine kommenden Beiträge ;-).

Zuletzt möchte ich mich noch an die Spende zum Jahresende hin sehr bedanken. Ich habe mich sehr darüber gefreut einmal wieder einen Betrag auf meinem Spendenkonto erhalten zu haben. Nun aber genug geschrieben und gelesen. Lasst uns laufen gehen. Aroo & Time to Play!

F***

Wofür dieses „F“ steht weiß ja jeder. Für F***esttagsbraten?! Zumindest bin ich mir zuletzt so vorgekommen. Ich durfte erfahren, wie sich -159 °C in einem Cryosizer – einer Art Kältekammer – anfühlen. Warum macht man das? Ich habe es einfach einmal aus Interesse (und weil es ein Geschenk war =P) ausprobiert. Tatsächlich kann man es aber für mehrere Beweggründe anwenden. Den Ursprung hat die Kältekammer in der Rheumaforschung. Die Kälte sorgt dafür, dass Geplagte ein paar Tage keine Schmerzen mehr haben. Das Thema Abnehmen ist ein weiterer Grund. Eine Stunde davor und drei Stunden danach nichts Essen und auch nichts warmes Trinken. Bei der Kälte nimmt zuerst die Temperatur in den Extremitäten ab. Der Körper „zentralisiert“ die Wärme in die Körpermitte/ ins Körperinnere um die lebenswichtigen Organe zu versorgen. Keine Angst, in der Kammer wird es nicht lebensgefährlich! Jedenfalls benötigt der Körper nach dem Arktis-Gastbesuch viel Energie um seine normale Temperatur wieder zu erreichen. Dies schafft er indem er ein paar Kalorien verbrennt. Diesen Faktor habe ich mal genutzt. Angesicht des Festtagsbratens zu Weihnachten eine gute Vorsorge. Mir war allerdings durchaus ein paar Stunden kalt. Der letzte Grund, weshalb man in die Kältekammer steigen könnte, ist der Regenerationsaspekt. Nach dem Sport mal rein ins Kühle und man erholt sich schneller. Da ich am Vortag eine lange Einheit (34 km) hatte, kam mir das auch gelegen. Mit Unterwäsche und pelzigen Hausschuhen steigt man dann in einen Zylinder ein. Der Zylinderboden wird dann so lange hochgefahren, bis das Köpfchen herausschaut. Dann beginnen die eisigen 180 Sekunden. In den Zylinder wird Stickstoff stoßweise hineingeblasen. Da dies nur an einer Stelle geschieht ist es wichtig sich langsam in diesem Kämmerchen zu drehen um Erfrierungen zu vermeiden. Ich bin mir etwas wie ein Dönerspieß oder eben Festtagsbraten vorgekommen. Die drei Minuten sind jedoch sehr schnell vergangen. Und ehrlich: In einen Wintersee hineinzuspringen fühlt sich schlimmer und viel schmerzhafter an. Dies liegt daran, dass die Kälte durch Gas erreicht wird und daher eine sog. „trockene Kälte“ ist. Nun ja, dass war es zum f*** rostigen Erlebnis. Probiert es aus. Die Erfahrung ist es definitv Wert, auch wenn sie nicht ganz günstig ist. Verlockend erscheint es, den Cryosizer im Sommer und nicht im Winter auszutesten!

F*** aulheit! Es gibt ja immer zu irgendwas ein erstes Mal. Zur Weihnachtswoche habe ich wieder eines gehabt. Ich habe eine Trainingseinheit abgebrochen. Irgendwie war schon beim Sockenanziehen der Wurm drin (Iiihhhhh. Ein Wurm in der Socke) Ich konnte mich nicht zusammenreißen und motivieren die Pace für den Silvesterlauf, bei dem ich wieder teilnehmen werde, zu halten. Ich war an dem Tag einfach faul. Nach einer halben Stunde war das Training wieder rum. Doch das wollte ich nicht auf mir sitzen lassen. Letzten Endes habe ich in dieser Woche dann 5+1 Einheiten (inkl. Badminton-Session; 81 km) absolviert. „Nur nichts einreißen lassen!“ war das Motto!

F*** rostiges Wetter schloss meine Trainingswoche ab. Na logo ist es draußen kalt beim Laufen. Wer hätte es gedacht? Die Kombi aus Regen, Schnee und Sturm war dann aber tatsächlich nicht immer sooo lustig. Vor allem, wenn man drei Stunden unterwegs ist. Irgendwie ist mir da immer wieder mal mein Mittelfinger steifgefroren. In diesen Momenten wird man aber auch irgenwie schneller. Ob es aus Trotz ist oder um warm zu werden muss jeder für sich selber herausfinden. Bei mir war es wohl eine Mischung.

Das war nun wohl der letzte Bericht für dieses Jahr. Ich wünsche Euch f*** rohe Weihnachten und dass ihr gut ins das Neue Jahr f*** eirt. Mal sehen, was 2025 läuferisch alles bringt. Ich freue mich darauf.

Sport und Gefühle

Hier und da verhilft uns der liebe Sport zu ein paar besonderen Momenten, zu besonderen Gefühlen. Ein völliges Hochgefühl, bei dem wir uns im nächsten Moment sofort bei einem verrückten Event anmelden würden oder aus dem Stand raus eine (weitere) Trainingseinheit beginnen könnten. Ein totaler Zerfall ist ebenso möglich. Die Sportschuhe werden an den Nagel gehängt. Das aktuelle Sportstudio anzusehen muss reichen. Hoch und nieder mit der Stimmungslage. In den letzten Wochen gab es einige dieser Hormonausschüttungen.

Was für mich immer zu einem neuen Projekt oder einer neuen Saison gehört, ist der Gang zum „Runners Shop“ in Augsburg (ich habe schon einmal davon berichtet). Auch diesmal wollte ich mich mit neuen Schuhen ausrüsten, da meine aktuellen nun ziemlich plattgelaufen sind. Dies hat mir stets einen tollen Motivationskick gegeben. Erblieb diesmal jedoch aus. Aus altersbedingten Gründen schließt der Shopinhaber. Ich war in den finalen Tagen/Wochen des Shops da. Schuhe? Bereits ausverkauft. Für mich starb in diesem Augenblick eine Tradition, eine schöne Stunde in der man mit einem anderen Läufer ohne Kräftemessen fachsimpeln und ein paar Laufschlappen testen konnte. Seit nun zehn Jahren war das so. Ich habe mich noch mit den letzten Laufartikeln ausgestattet und mir einen Nachfolger empfehlen lassen. Es gab dann noch ein freundliches Händeschütteln, Lächeln und „Mach´s gut!“. Beim Hinausgehen und beim Hinutersteigen der einzigen Treppen zerbarst dann für ein paar Sekunden meine Welt. Wäre es eine Netflix-Serie wäre mir noch schwindelig geworden. Aber was soll man machen. Der gute Mann hat sich seinen Ruhestand rätlich verdient. Der Blick muss nach vorne. Richtung „Absolute Run“, zum neuen Fachgeschäft, welches mir empfohlen wurde. Das Gefühl war hier schon anders. Fremd. Neu. Mehr Business als Leidenschaft. Dafür jedoch technisch sehr gut und professionell ausgestattet. Beim Absolute Run wurde erst einmal ein 3D-Bild meiner Füße aufgenommen und dann überlegt, welche Fußbekleidung das Richtige sein könnte. Wir, die Verkäuferin und ich, wurden dann fündig. Die „Ghost 2 Max“ von Brooks nenne ich nun mein Eigen. Diese haben ein neues unbekanntes Gefühl an meinen Füßen ausgelöst. Mit der neuen Technik, die nun die meisten Hersteller nutzen, fühlt es sich an, als ob man auf Sprungfedern läuft. Mit einem lachenden Auge verließ ich den Laden und freute mich auf die nächste Laufeinheit. Vom anderen Auge musste ich aber noch die Tränen von meinem Traditions-Verlust wegwischen.

Kommen wir zur Inspiration die der Sport auslösen kann. Davon bekomme ich immer viel beim EOFT (European Outdoor Film Tour). Dort werden in Kinos oder Hallen Kurzfilme von extremen Sportprojekten oder Abenteuerausflügen gezeigt. Danach fühle ich mich zum einen sehr klein. Was ich bis jetzt gemacht habe? Peanuts gegen die Performance der Akteure. Zum anderen sitzt aber auch ein Männlein auf meiner Schulter oder vielleicht eher im Bauch, dass mir zuflüstert: „Denk nicht so klein. Keine Panik. Trau dich, was extremes zu wagen! Nur zu!“ Schaut euch unbedingt mal so eine Tour an. Sie ist es wert. Auf dieser Tour wurde z. B. eine Doku über einen Blinden gedreht, der klettert. Ja, klettern. Nicht festgeleint und hochgezogen. Klettern. Wie Leute die etwas sehen können. Und natürlich klettert er nicht in einer Boulderhalle. Neiiiiin. Extrem! Auf richtigen Gebirgen, die jeder Ungeübte nicht einmal 3 m hochkommen würde. Er sieht durch hören und fühlen. Sein Statement: „Zu 90% trete ich richtig auf, aber wenn ich nach dem perfekten Tritt suche, wird es ineffizient.“ Mein Fazit: Nicht so viel denken, einfach mal machen. Oder es gab noch eine Familie. Zwei ca. 40-Jährige die mit ihrem Vater einen Berg in Pakistan per Freeclimbing erklimmen wollten, was bisher nur die Huber-Brüder geschafft haben. Spannend war der Vater. Er war zum Dreh 71 Jahre alt. Diese Power und dieses Feuer, die seine Augen ausstrahlten. Zum Alltag gehört ein morgentliches Ping-Pong-Spiel gefolgt von Klimmzügen am Türrahmen. Er betreibt auch ansonsten Klettersport. Mit 71 Jahren. Ich gebe alles dafür später auch noch so eine Power zu haben. Zum Schluss möchte ich noch eine Mountainbikerin erwähnen, die auch schon an mehreren Weltmeisterschaften teilgenommen hat. Diese hat den Mut der Sucht sich zu messen abzusagen und fährt nun einfach in der Welt herum. Auf Abschnitten und mit Menschen mit denen ihr der Sport Spaß macht. Es gäbe noch sehr viel mehr von diesen Stellen, bei denen man zum Reflektieren kommt. Aber wie gesagt: Seht es euch selber mal an.

Eines ist auf jeden Fall klar. Mit Sport wird es nicht langweilig. Er inspiriert und motiviert. Und je krasser die Dämpfer sind, desto größer ist das Hochgefühl, wenn man diese überwunden hat. Habt also viel Spaß bei der nächsten Einheit. Time 2 Play!

Salziger Marathon

Kleiner König Kalle Wirsch (Augsburger Puppenkiste)

„Tief unter der Erde, da ist es schön. Holla dihi, holla diho. Da kann man uns, die Erdmännchen, sehen. Holla dihi, holla diho. Wir lachen und tanzen und sind dabei froh. Wir singen den ganzen Tag so.“

So geht das Eingangslied des Puppenkiste-Films. Dieses könnte gleichzeitig der Startsong für meinen nächsten Marathon sein. Und somit kommen wir zur Auflösung des Rätsels aus meinem letzen Beitrag: Es ist der Kristallmarathon im Erlebnis-Bergwerk Merkers (Thüringen). Richtig gelesen. Dieser Marathon findet unter Tage statt. Unter der Erde, quasi unterirdisch, fand ich scherzhaft diese Höhenlage zu meinem derzeitigen Fitnesszustand passend. Zum Schutz vor herunterfallenden Salzbrocken oder einfach nur um zu vermeiden, dass man sich den Kopf stößt ist das Tragen eines Fahrradhelms Pflicht. Eine Stirnlampe gehört ebenfalls zum Outfit dazu. Das Bergwerk hat es auch ansonsten in sich. Neben dem normalen Besichtigungsbetrieb gibt es auch ein jährliches Mountainbikerennen, (Zumba-)Konzerte oder Hochzeiten. Die Strecke ist also ganz gut prepariert. Sie beträgt allerdings, wer hätte das gedacht, nicht 42 km, sondern 3,3 km. Das Teilnehmerfeld ist mit 750 Teilnehmer rar gesät, vor allem da es einen Halb- und einen ganzen Marathon gibt. Der Ehrgeiz, wer wen wie oft überholt, könnte also durchaus geweckt werden.

Mein Laufshirt wird dann wieder salzig. Damit wird das Salz im Bergwerk jedoch eher weniger zu tun haben (bähhh). Unter Tage herrschen sehr angenehme Temperaturen. Neben dem Helm und der Stirnlampe ist daher ein Sommerdress vollkommen ausreichend. Wie crazy, wenn man bedenkt, dass der Startschuss am 16. Februar ertönen wird. Dann wird es heißen:

„Tief unter der Erde, da ist es schön. Holla dihi, holla diho. Da kann man uns, die Marathonis, sehen. Holla dihi, holla diho. Wir rennen und schnaufen und sind dabei froh. Das geht fast den ganzen Tag so.“

Viel Freude bei euren nächsten Einheit und beim Salzsammeln 😉

Licht und Schatten

Hui, lange ist es her. Seit dem Medoc-Marathon konnte ich diese Woche zum ersten Mal wieder die Laufschuhe anziehen. Manchmal ist der Körper wie ein Auto. Da müssen Teile gewartet, repariert oder ausgetauscht werden. Noch schnell einmal durchsaugen und dann kann es wieder weitergehen. Doch dann hinkt der Vergleich. Sieben Wochen ohne Training lassen den Motor nicht so superrund schnurren. Nach der ersten 8 km-Einheit hat man Muskelkater. Beim Gang in den Keller schnauft man wie sonst nach einem Halbmarathon. Man fühlt sich eher wie ein geernteter Bauernacker: Platt gemacht. Und dann ist auch noch Herbst. Dick anziehen um dann in die Dunkelheit rauszugehen und sich fit machen. Ein paar Straßenlampen geben Licht, doch überwiegend läuft man im Dunkeln. Im Schatten.

An dieser Stelle kann man sich gut an die Worte von Patrick Lange bei seiner Siegerrede lehnen. Wer dieser Lange sein soll? Patrick Lange wurde letztes Wochenende zum dritten Mal Triathlon-Weltmeister auf der Ironman Hawaii-Strecke. Sein Wettkampfjahr lief bis dato eher mäßig. Seinen Sieg wittmete er seiner vor vier Jahren verstorbenen Mutter. Doch nun zurück zu der Siegesrede des Champions, die er vor den anderen Größen dieses Sports, seiner Familie und einer Menge Zuschauern hielt. Dabei zitterte er selbst ein Gedicht:

„Ihr werdet euch nicht an meinen Namen erinnern. Dies ist das letzte Mal, dass ihr mich an der Spitze seht. Meine Zweifel werden meine Träume zerstören. Je mehr ich lerne, desto mehr scheine ich zu verlieren. Ich möchte weitermachen, aber nicht heute. Das ist der Punkt, an dem ich aufgebe.“

Wenn so jemand, der auf der absoluten Spitze steht, solche Worte an die Menge richtet, kurz nach einem überwältigenden Erfolg, dann darf man selbst vielleicht auch darüber nachdenken, einfach auf der Couch zu bleiben. Lieber eine Runde netflixen anstatt sich zu schinden. Wieder auf ein Level zu kommen, bei dem man über die Teilnahme an Ultra-Distanzen mit besonderen Widrigkeiten nachdenken kann, erscheint sehr weit weg. Viel Schatten um einen herum. Aber entschuldigt bitte. Patrick Lange gab dieses Gedicht auch noch rückwärts, in umgekehrter Richtung zum Besten:

„Das ist der Punkt, an dem ich aufgebe. Aber nicht heute. Ich will weitermachen. Je mehr ich zu verlieren scheine, desto mehr lerne ich. Meine Träume werden meine Zweifel zerstören. Ihr werdet mich an der Spitze sehen. Dies ist das letzte Mal, dass ihr euch nicht an meinen Namen erinnern werdet.“

Und da fängt doch wieder die Leidenschaft an zu brennen!?! Man spürt das Licht, eine neue Motivation. Eins zu eins möchte ich diese Worte nicht für mich übernehmen – das wäre schon sehr hochgegriffen – jedoch, finde ich, darf man sich mancher Worte schon zum eigenen Antrieb bedienen. Nicht aufgeben. Weitermachen. Aus Niederlagen lernen. Träume die Zweifel zerstören. Ach, geht es euch da auch gleich besser? Die Spitze kann man ja auch als erreichtes Ziel interpretieren. Das sich Leute gleich einen Namen merken … ok. Das geht wohl leichter wenn man einen Tiktok-Account mit vielen Katzen als Themenschwerpunkt einrichtet. Es hat mich allerdings schon sehr gefreut, dass meine Beiträge wohl schon gelesen werden. Dafür an dieser Stelle vielen lieben Dank. Sowohl für´s Lesen als auch für das Feedback.

Wie soll es aber nun konkret weitergehen? Die Schnauferei in den Keller bleibt ja erst noch erhalten. Nun, wenn man im Niveau gerade so weit unten ist, dann muss man sich halt was suchen, was ebenfalls unterirdisch ist. Wo es eben Licht und Schatten gibt. Viele von euch fanden mein Kostüm-Rätsel vor dem Medoc-Marathon ganz witzig. Daher möchte ich den Spannungsbogen zum nächsten Großevent noch ausbauen bzw. aufrecht erhalten. Überlegt also selber mal, was oder wo das nächste Event sein könnte. Zwei kleine Tipps: Das Bild zeigt einen Sportartikel, den ich benötige. Und nein, es hat nichts mit Radfahren zu tun.

Wir merken uns also: Falls wir im Herbst-Blues stecken, dann denken wir an Patrick Lange. Ist es uns (draußen) zu dunkel, so nehmen wir eine Strinlampe mit. Hoch den Kopf und hoch den Hintern. Macht man einen Schritt nach dem andern, so sehen wir danach, dass wir wieder ordentlich was geschafft haben. Nicht nur beim Laufen. Im großen Spotlight prangend: „Aroo! Time To Play!“ Macht es gut und gebt Gas.

Auf die Plätze! Fertig! Prost!

Mit dieser Überschrift ist der Marathon du Médoc (7.9.24) ganz gut beschrieben. Doch es wäre so schade damit schon aufzuhören, denn aus diesem Rennen laufen die Geschichten über, wie der Wein aus einem übervollen Fass. Doch der Reihe nach.

Der Marathon findet in dem Weinstädtchen Pauillac statt. Da dort ansonsten aber nicht viel zu sehen ist, haben wir uns für Bordeaux als „Stadt der Unterkunft“ entschieden. Wer hier noch nie war, sollte sich für die Stadt selbst drei bis vier Tage gönnen, durch die Straßen wandern und ein paar Museen besichtigen. Die wirklich wunderschöne Altstadt lädt sehr zum Flanieren ein. Wer kein wirklicher Museumsfan ist, der muss dennoch eines mindestens ansehen. Das Weinmuseum! Hier bekommt man nicht nur plump erklärt wie Wein gemacht wird, sondern erfährt auch alles über die Werbemaschine, das Gefühl beim Weintrinken, die Gesellschaft darum und vieles mehr. Dies wird auch auf eine tolle interaktive und sehr stilvolle Ebene getan, die sehr kurzweilig ist und alle Sinne anspricht. Um dem Geschmackssinn auch miteinzubauen, darf man sich am Ende ein Gratisweinchen auf dem Dach des Museums aussuchen und die grandiose Aussicht der Stadt bewundern. Das Museum selbst stellt ebenso einen Grund dar auf die Fototaste zu drücken, denn sie hat die Form einer Weinkaraffe. Hier ein paar Impressionen:

Am Vortag, jeder Marathoni weiß es, haben wir die Startnummern geholt. Dafür haben wir uns im Vorfeld beim Shuttlebus angemeldet. „20 – 30 min“, dachten wir, „Länger wird das nicht dauern.“ Oh doch! 90 Minuten! Einfach! Naja, überraschend war es, schlimm zum Glück nicht. Den ganzen Vormittag regnete es jedoch, als wir aber ankamen machte sich die Sonne etwas Platz bei der Stadt Pauillac und brachte eine nette Szenerie zum Vorschein. Alles „echt reizend“ aber der Zahn der Zeit hat hier und da schon daran genagt. Die Marathonbörse mit Startnummernausgabe und Werbezelten fand an und in einer älteren Turnhalle mit Charme statt. Langsam wurde klar: „Nervös muss man nicht sein. Es wird alles halb so wild.“ Doch wirklich glauben konnte ich dem ganzen Braten oder hier besser Weinglas noch nicht. Ein paar Witzfotos gemacht, Nummern geholt, Merchandise gekauft und dann die Werbezelte angesehen. Auch das ist für uns Läufer nichts Neues. Hier und da „tolle“ Marathons. Doch die dortigen hatten alle eine Gemeinsamkeit. Neben bzw. während des Laufens gibt es Alkohol. So viele andere Weinmarathons. Wahnsinn. Für die die sagen „Auf einem Weinmarathon bin ich ja schon in Médoc.“ oder „Wein ist nicht so meins.“ kein Ding. Es gibt auch einen Bier- oder Cognac-Marathon. Zum Ideensammeln waren genügend Zelte da. Im Anschluss wollten wir mal den Start-Zielbereich ansehen. Den fanden wir sehr leicht an der Uferpromenade. Doch dort wurden keine Stände für Läuferstrümpfe, Isodrinks oder Müsliriegel aufgestellt. Wie für diesen Marathon üblich geht es zur Hälfte auch um das richtige leibliche Wohl. Stände für Wein, Entenbrust-Sandwiches, Salamisorten, Oliven, Caneles, und und und luden ein, dem Läuferdruck zu entfliehen. Auch dazu ein paar Bildchen:

Am frühen Abend kamen wir wieder nach Bordeaux zurück. Da gab es dann noch die übliche Pastaparty und fertig. Für den Lauftag klingelte der Wecker schon sehr früh (5:00 Uhr). Das Shuttle fuhr um 6:30 Uhr wieder ab. 8:00 Uhr Ankunft, 9:30 Uhr Start. Sollte also alles klappen. Hui, gerade so. Den Marathon gab es zuvor schon 37 mal. Für solche Sachen wie Abgabe von Läufertüten oder genug Toiletten sollte man also genug Erfahrung gesammelt haben. Was soll ich sagen, die Schwerpunkte lagen wohl wo anders. Um unsere Wert- und Wechselsachen abgeben zu können mussten wir vor normalen Outdoor-Spinden warten und dafür auch zahlen. Naja, blieb noch eine Stunde für die klassische „Vor-dem-Lauf“-Toilette. Waaaaahnsinn. Wer konnte der schlich sich ins Schilf, der Rest musste vor ein paar wenigen Dixis warten. Die Laune und die Temperaturen sanken. Um 9:15 Uhr waren mein Laufbuddy Jo und ich dann fertig. Mit der Toilette. Warm machen? Keine Chance mehr. Mit mäßiger Stimmung ab an den Start. Und jetzt, wo alles wichtige gemacht war, kam der Blick für den Rest. Die Mitläufer. Die Party. Das Rennen. Und sofort hatten wir ein breites Grinsen im Gesicht. So viele tolle Kostüme, dass man sich auch in ihrer Masse mehr wie auf einem Faschingsumzug fühlte. Eine wahnsinns Atmosphäre mit guten Medleys und vor dem Starttor nicht nur jemand der die Menge aufheizt, sondern zusätzlich eine fette Show. Mit Band-Artisten, die sich von Kränen abseilten, Riesenballons, die vom Rauthaus auf die Läufermasse geschmissen wurden u.v.m.

Und dann der Startschuss. Das Läuferfeld aus 64 verschiedenen Ländern setzte sich langsam in Bewegung. Und mit langsam meine ich langsam. Die ersten beiden Kilometer sind wir mehr durch den Ort spazieren gegangen als zu joggen. Die Pace bei ca. 12 min/km. Die kleinen Straßen durch Pauillac restlos mit Läufern verstopft. Wer nicht unmittelbar ganz vorne am Starttor ist, kann sich von einer guten Zeit verabschieden. Doch das ist einer der Zauber von Médoc. Die Zeit spielt keine Rolle. Schlecht ist der Run dennoch nicht. Hier nehmen nicht nur lauter Laufanfänger und Trunkenbolde teil. Die Zielzeit der Herren beträgt jedes Jahr um die 2:30 h, also nicht schlechter als die von anderen Läufen. Wer diesen Wahnsinns-Marathon jedoch mitmacht macht nach meiner Ansicht etwas falsch, wenn er ihn auf Zeit läuft. Und nun zu einer weiteren Frage, die ihr euch vielleicht gestellt habt. Was war mein Kostüm? Ich ging als Herzkönig. Jo war ein Zauberwürfel. Auf Karten-Kostüme verschiedenster Art konnte man die 42 km blicken. Weiter gab es mehrere Schwimmoutfits (sexy). Was noch? Eine Basketball-Gruppe, von denen einer einen Mini-Korb auf dem Rücken trug; der Ball dazu fehlte nicht; Badmintonspieler, die auch das Netz dabei hatten um während des Runs ein wenig zocken können; Männer die auf satirische Weise das Beachvolleyballoutfit der Frauen kritisierten. Außerhalb des Themas gab es ebenso lustige Darsteller von Schneewittchen, Casino-Puff-Betreiber (das passt eigentlich schon), Müllabfuhr, Piraten und noch vieles mehr. Jeder Meter bot beste Unterhaltung.

Kommen wir zur zweiten Disziplin. Den „Getränken“. Keine Angst, es gab alle zwei Kilometer einen Wasserstand, an dem man auch Knabbersachen, Obst und Riegel zu sich nehmen konnte. Doch außer dem Wasser hat man in Summe besser darauf verzichtet. Warum? Da bleibt für das gute Zeug sonst kein Platz mehr im Bauch. Den Wein selbst konnte man meistens auf dem Chateau-Gelände selbst verkosten. Wer viele Schlösser sehen möchte muss hier teilnehmen. Wer ein König ist, ist ein Idiot, wenn es nur darum geht gut zu hausen. Viel zu viel Arbeit. Mach in Wein, das Schloss ist mindestens genauso gut. In den Chateaus gab es dann stets auch eine Band, die zum Party machen einlud. Und nicht vor dem vielen Wein erschrecken. Jeder Becher oder Glas war maximal nur ein zu einem Viertel voll. Unser Anspruch war es dennoch, von jedem Weinchen etwas zu kosten. Wobei, das stimmt nicht ganz. Der Anspruch war, sämtlichen Angeboten zu kosten! Von Schluss zu Schloss schlängelten sich die kostümierten Läufer dann durch die Weinreben und -straßen. Nach den ersten sechs Chateaus – also sechs Weinchen – habe ich schon ein leichtes Schwanken bemerkt. Durch Nutzung des reichlichen Wasserangebots stellte dies aber kein Problem dar. Mein Highlight bis dahin? Den Wein direkt aus dem Zapfhahn trinken =P. Da die Strecke eine Art hässliche Acht war, waren wir direkt zur Hälfte wieder in Pauillac zurück. Dort schoben wir neben dem Wein auch ein kurzes Fotopäuschen mit unseren Fans ein. Zuvor sagte ich, dass die Zeit keine Rolle spielt. Dies tat sie mittlerweile wieder, denn ich dachte mir, dass es schon schade ist, dass der halbe Lauf schon vorbei ist. Die zweite Hälfte war jedoch noch spektakulärer. Immer häufiger kam es vor, dass bei den Musikgruppen und Weinzelten das Laufen kurz vergessen und einfach eine Weile getanzt wurde. Klar, weshalb auch nicht. Noch eine Spezial-Story? Klar doch! Zwei Chateaus auf dem zweiten Abschnitt boten Massagen an. Wieso bis zur Finishline darauf warten? Dieses Angebot schlug unser Stolz jedoch aus. Dennoch, soooo unfassbar viel Spaß.

„Ja ja, die haben bestimmt zum Schluss gemerkt, dass das nicht so gut war.“ denkt sich nun vielleicht die eine oder der andere. Auf den letzten 10 km eines Marathons kommt ja stets der Mann mit dem Hammer. Der wurde aber auch zum Mitmachen und Verkleiden eingeladen. Der Hammermann suchte sich dabei das Kostüm eines Obers aus und vertauschte seinen Hammer mit einem Tablett. Denn die Zeit, die zusätzlich noch geopfert wurde, wurde in Schlemmereien investiert. Ab Kilometer 30 begann das erste Chateau mit Käse, Wein, Fritten und Bier. Ob wir das auch gekostet haben? Das habe ich doch zuvor gesagt: Alles kommt in den Mund!!! Caneles to go, Bratwurst, Steak, nochmal ein Bierchen, ein Stand mit Weiß-, Rosé- und Rotwein, ja es ging fast nicht besser. Den zweiten Weißwein gab es jedoch zu einer besonderen kulinarischen Spezialität. Frische Austern! Die hatte ich davor noch nie gekostet. Wie die so sind? Sagen wir, es gab danach noch eine Zweite. Für die letzten beiden Kilometer erhielten wir dann noch ein Eis und dann war es so weit. Der tragische Moment kam. Wir durchliefen die Ziellinie. Noch nie habe ich mir so sehr noch mehr – und zwar viel mehr – Kilometer gewünscht. Ich weiß, dass ich mich wiederhole, aber dieser Marathon hat unendlich viel Spaß gemacht. An dieser Stelle danke ich meinem belgischen Laufbuddy Jo, den ich beim Marathon in der Mongolei kennengelernt habe, auf das aller herzlichste für eine fantastische Zeit in Frankreich.

Nach dem Ziel wurde es dann etwas schwerer. Wir bekamen nämlich viel Gewicht, welches wir dann schleppen mussten. Einen Rucksack, in den wir unsere Flasche Wein und einen Becher dazu hineinstecken konnten. Als Geschenk! Den Becher nutzten wir aber erst einmal für unser „After-Run-Beer“. Für unsere Massage blieb leider keine Zeit mehr, denn der Bus fuhr bereits eine Stunde nach unserer Zieleinkunft ab. Nichtsdestotrotz konnten wir die Atmosphäre noch einmal schön aufsaugen, was auch am Wetter lag. Zum Großteil des Laufs war es sehr wolkig, was sich mit unseren Kostümen temperaturmäßig allerdings sehr ausgeglichen hat. Die finalen 10 km und unsere Zeit nach dem Rennen durften wir dann unter blauen Himmel laufen. Unendlich happy stiegen wir in den Bus zurück nach Bordeaux ein. Gerne hätten wir weiter vor Ort gefeiert. Dies holten wir allerdings für uns in Bordeaux nach. Irgendetwas fühlte sich jedoch bei mir am Abend und auch am Tag danach merkwürdig an. Ich konnte super schlafen (bei nach einem Marathon normalerweise unüblich) und konnte Treppen laufen. Schnell. Hoch und runter und ohne komische Figuren zu machen. Ja, die geringe Pace hat sich wohl an einer Stelle bezahlt gemacht. Meinem Körper ging es immer noch super.

Und ja, letztendlich kommen noch die harten Zahlen. 24+ Becher/Gläser Wein, 3 Becher Bier, 2 l Wasser, Käse, Bratwurst, Steak, Austern, Canele und Eis. Gelernt habe ich tatsächlich auch und zwar was Wichtiges. Der Marathon hat sich aufgrund der Pace (insg. knapp unter 8 min/km) nur mäßig auf meinen Körper ausgewirkt. Der Ultra-Marathon, den ich ja einmal laufen möchte, jagt mir daher wesentlich weniger Angst ein als vor dem Weinlauf (Mut angetrunken?). Bis zum Ziel haben wir 5:56.03 h benötigt, was Platz 2476 von 8500 Läufern bedeutet. Somit waren wir immer noch im ersten Drittel dabei. Dies zeigt auch wieder, wieviel Freude Médoc gemacht hat. Sowas brauche ich wieder. Sowas solltet ihr auch ausprobieren. Sowas ist super.

Habt nun auch viel Spaß beim Laufen und bei der „Nachbereitung“. Vielleicht habt ihr ja ebenso Lust eine Kleinigkeit für den WWF zu spenden. In diesem Sinne: Prost!

Läuferrätsel

Das nächste Jahreshighlight nähert sich. Noch sieben Tage und die Korken, ähhh der Startschuss knallt. Vom Medoc-Marathon habe ich schon seit meinem ersten Marathonjahr 2016 erfahren und genauso lange möchte ich bei diesem Event mitmachen. Nun ist es bald so weit. Doch auch wenn der Marathon eher spielerischer Natur ist – man macht ja dazwischen viele Trinkpausen – so bleiben es dennoch 42 km die zu laufen sind. Spielerisch ist er aber auch, weil es ja stets einen Dresscode gibt. Man muss sich verkleiden. Dieses Jahr geht es rund um das Thema „Spielen“. Gesellschafts-, Casino-, Ball- oder Computerspiele. Egal, Hauptsache spielen. Nun zum Rätsel: Meine Robe ist gekauft. Meine Frage an euch: Wer oder was bin ich? Schreibt mir gerne. Als Hilfestellung habe ich ein paar Fotos von meinem Outfit geschossen, die euch etwas helfen sollen. Viel Spaß beim Raten.

Action Panda

Seit es diese Homepage gibt habe ich schon einige Kilometer hinter mich gebracht und zu mehreren Spendenactionen aufgerufen. Und ihr habt mich dabei immer wieder unterstützt. Durch aufmunternde Worte, euer Interesse oder eure Spenden für den WWF. Zuletzt erhielt ich sogar einen Brief des WWF in dem mir für die ganzen Spenden gedankt wurde. Ich finde, dass uns gemeinsam der Dank gebührt. Zusammen haben wir bereits schon knapp 1900€ gesammelt. Der WWF nennt uns Spendenteilnehmer daher Action Pandas. Als kleine Anerkennung steckte noch ein Armband in dem Umschlag.

Die andere Seite des Bracelets hält noch den Satz „Be The Change.“ bereit. Ich finde, dass wir durchaus schon was verändert haben. Durch unsere Hilfe könnten einige Quadratkilometer an Regenwald geschützt werden. Das bedeutet für uns Luft zum Atmen und für die Tiere Raum zum Leben. Wenn das mal nicht super ist, oder? Dabei möchte ich auch nochmals betonen, dass eure Spenden direkt an den WWF gehen. Über euer „Change“-Investment werde ich lediglich als Werbeträger – oder eben Action Panda – informiert. Alle Links und QR-Codes in denen ich zu spenden aufrufe führen direkt zum WWF. Es wäre fantastisch und ich würde mich riesig freuen, wenn ihr diese Seite teilt und andere Lauflustige darüber informiert.

Mein Angebot: Ich laufe. Für und mit euch. Der nächste Run wird der Marathon du Medoc sein über den ich schon berichtet habe. Danach? Mal sehen. Ich bräuchte mal wieder etwas Ausgefallenes. Etwas Spektakuläres. Etwas … mehr. Im Kopf tummeln sich viele Ideen. Einmal über die 42 km hinaus laufen. Oder mal an einem Bergmarathon teilnehmen. Kombinationen von beidem? Gerne! Mehrere Tage oder zumindest 24+ h? Warum nicht! Ich möchte meine Liste von ausgefallenen Läufen jedenfalls erweitern und dabei soll sich nicht einfach nur ein Land ändern, sondern auch das Rennen selbst. Jetzt trabe ich aber in den sommerlichen Sonnenuntergang (mit Blitz und Donner). Time to play!

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