Time 2 Play!

Monat: Januar 2026

@round Chiemsee

Leider fiel ja der Mountainman bei Mittersill ins Wasser, da er plötzlich von den Anwohnern geächtet wurde und so vom Veranstalter abgesagt werden musste. Der Chiemsee erschien mir nun ein guter Ersatz zu sein. Um einen See herumzulaufen bringt zwar so gut wie keine Höhenmeter ein – der Mountainman hätte ja mehrere 1000 gehabt – jedoch wollte ich dieses mit zusätzlichen Laufmetern ausgleichen. Die Umrundung des größten Bayernsees stellt ja einen Ultramarathon dar.

Eingestiegen bin ich kurz vor Prien (kostenlose Parkplätze =) ). Der Weg führte mich dann zur allseitsbekannten Dampfer-Anlegestelle. Bis dahin musste man schon wissen, dass man an einem See entlangläuft, denn die Sicht auf eben diesen blieb verborgen. Kurz nach der Anlegestelle wollte sich mir auch hier der See nicht preisgeben. Er mag zwar der Größte in Bayern sein, jedoch scheint er nur für ein ausgewähltes Völkchen, den Anwohnern, zugänglich zu sein. So hatte ich eher den Eindruck durch ein Musterhausgelände zu joggen, als am Gewässer entlangzulaufen. Insgesamt wurden der Chiemsee und ich nicht so richtig warm miteinander, was nicht nur an den Temperaturen um den Gefrierpunkt lag.

Dann endlich, ging es aufwärts mit unserer Beziehung. Ich bekam eine bessere Aussicht und auch die Wander- bzw. Feldwege führten durch mehr Natur. Das ständige Auf-das-Handy-schauen wurde seltener, da sich die Wege weniger verzweigten. Doch genau diese hatten es in sich. Durch die Schneemengen der letzten Wochen glich der Weg eher einer Eislaufbahn. Sobald die Schuhsohlen nicht senkrecht auf dem Boden auftrafen oder sich abstießen herrschte große Rutschgefahr. Naja, so blieb man wenigstens im gemaßregelten Grundausdauer-Tempo. Manchmal sah man aber auch die eingefrorenen Fußabdrücke der Fußgänger. Was einerseits prima war, da man dann Profil hatte und sich abdrücken konnte, aber andrerseits sehr gut aufpassen musste um nicht umzuknicken. Trotzdem, dieser Teil machte wirklich am meisten Spaß. Bei Seebruck war es dann mit der Idylle vorbei und der Weg führte teilweise an Land- und Schnellstraßen vorbei. Allerdings gab es sehr einladende Cafés zu sehen, die jedoch – wer hätte es gedacht – so gut wie alle geschlossen hatten. Nach 25 km kam ich aber an eine schöne Anlegestelle, bei der man so ziemlich für sich war und genoss meine Pausenbreze. Wegen der Temperaturen blieb die Rest allerdings recht kurz.

Der Rest, bis nach Chieming, ging wieder größtenteils am Strandweg entlang, welcher ab da 4 km von einer Schnellstraße begleitet wurde. Danach war wieder Ruhe. Das Grabenstätter Moor sagte hallo. Kein See mehr, aber schöne Landschaftseindrücke … und wieder vereiste Laufwege. Für den Fall, das man mir weinerliche Übertreibung vorwirft… ein Mountainbiker, der mich überholte, kam mir geschätzte zehn Minuten später wieder entgegen und warnte mich vor den Eispfaden. Für ihn sei das nichts mehr. Auch die Hundebesitzer wunderten sich, wie ich dieses Terrain zum Joggen verwenden konnte. Ab da war es dann geschafft. Der ansatzweise schöne Teil zumindest. Nach dem Moor, hatte ichzwar stets den See auf meiner rechten Seite im Blickfeld, zu meiner Linken bot sich allerdings die unbeschreibliche Aussicht auf eine Straße. Man nennt sie A8! Elf Kilometer lang. Welch´ wunderbares Ambiente um sich über die vollbrachte Marathondistanz zu freuen, die ich während dieses Abschnitts gelaufen bin. Als ob mich der See noch irgendwie beschwichtigen wollte, durfte ich die finalen Kilometer nochmals durch grünes Gelände laufen. Aus Angst, wieder in Sackgassen zu joggen, wie beim Forggen- und Staffelsee, vermied ich es diesmal, die Landzungen des Sees zu erkunden. Diese Angst sparte ordentlich Kilometer ein. Leider!? 300 Meter lief ich dann zusätzlich aus Trotz, denn ich wollte zumindest die eine Zahl auf meiner Uhr sehen. 50. 50 Kilometer waren es um den Chiemsee herum. Ein netter kleiner Ultramarathon.

Fazit: In der Winterzeit macht der Chiemsee nicht viel her. Im Sommer, an Strandkaffees und Kioskbuden, kann man vereinzelt das Ambiente des Sees genießen. Man muss aber danach suchen. Als Challenge war der Chiemsee eine tolle Hürde, für die Aussicht gibt es jedoch sehr viele schönere Seen, an denen man sich erfreuen kann. Mal sehen, was der große und kleine Brombachsee zu bieten haben. Bis dahin: Let´s fetz!

Mountainman & Bavaria – Iron Lake Challenge

Huiuiui, jetzt war es lange ruhig. Gab es nichts mehr zu schreiben? Doch! Sicherlich! Jedoch habe ich die Zeit für das Laufen benötigt. Stolz wollte ich über meine Teilnahme beim Mountainman bei Mittersill berichten. Schon zum Jahresbeginn von 2025 stand es auf meiner Liste endlich ein Mountainman zu werden. Zu dieser Zeit hielt mich jedoch Fieber davon ab. Nun, am 17. Januar ´26, sollte es dann 42 km über Skipisten gehen. Leider hatten dann doch ein paar Anwohner plötzlich etwas dagegen, weshalb das ganze Rennen abgesagt werden musste. Zum Glück ist der Mountainman mittlerweile ziemlich etabliert und bietet im Jahr mehrere Veranstaltungen an. So ist es mir möglich gewesen einen dritten Versuch zu wagen. Am 7. März geht es bei Reit im Winkl durch die Berge. Diese Events haben durchaus einen gewissen Schwierigkeitsgrad. Nein, nicht weil ich das sage, sondern weil diese auch eine UTMB-Index-Wertung haben (Ultra-Trail-Mount-Blanc). Bei den Ultra-Trail-Meisterschaften auf dem Mount Blanc kann man nämlich nicht einfach so mitmachen. Man muss sich durch Punktsammeln dafür qualifizieren. Der Mountainman ist eines der Rennen, bei denen das geht. Das spricht für die Qualität und den Anspruch dieser Rennen. Bleibt zu hoffen, dass die Teilnahme diesmal endlich funktioniert.

Doch was soll ich genau jetzt machen? Ich bin fit und habe die letzten Monate nicht nur auf Plätzchen, sondern auch auf meine Zähne gebissen. Ich. Will. Ein. Rennen. Im Januar gibt es davon allerdings nicht wirklich viele. Kurzerhand habe ich mich nun dazu entschieden eine Challenge, die ich vor mehreren Jahren zum Spaß schon einmal angegangen bin, nun „seriös“ zu absolvieren. Es handelt sich dabei um die Bavaria – Iron Lake Challenge (Link). Hier gilt es, die größten bayrischen Seen innerhalb eines Jahres zu umrunden. Die Zeit ist egal, nur müssen die Seen am Stück umlaufen werden.

Während der Corona-Zeit, als keine Rennen stattgefunden haben, verhalf mir diese Challenge zu sehr schönen Bildern und Augenblicken. Damals hatte ich mich aber nicht offiziell angemeldet und habe auch nicht alle Seen umlaufen. Zum Jahresende bzw. zum -beginn bin ich auch schon zwei Seen angegangen, die gut in meinen Trainingsplan gepasst haben. Wie schon beim letzten Mal, war am Forggensee (33 km) der Challenge-Start. Zuletzt umlief ich den wunderschönen Staffelsee (22 km), der wirklich sehr für eine Einheit zu empfehlen ist. Nicht nur, dass ein großer Teil direkt am Ufer liegt, nein, man läuft auch durch schöne Moor- und Waldgebiete (auf die Natur wird dabei natürlich Rücksicht genommen!). Je nach Jahreszeit, kann man sich nach dem Lauf direkt an einem Kiosk ein schönes Getränk gönnen und sich zur Erfrischung in die Fluten stürzen. Anfang Januar war mir das aber etwas zu kalt. See Nummer drei auf meiner Liste wird nun mein Mountainman-Ersatz. Die fehlenden Höhenmeter gleiche ich durch Wegstrecke aus. Am 17. Januar werde ich den Chiemsee mit weit über 50 km umlaufen. Quasi ein weiterer Ultra-Marathon. Der Chiemsse tront unter den Bayern-Seen somit auch Platz 1, was die Lauf-Kilometer angeht. Das macht Laune, das macht Lust.

So früh zu den Jahreshöhepunkten zu kommen ist aber durchaus schade. Wenn es Jahreshöhepunkte wären. Ich freue mich sehr auf diese Events, jedoch werden sie nur Trainingseinheiten werden. In diesem Jahr feiere ich nicht nur mein 10-Jähriges als Marathonläufer, sondern auch meinen 42. Geburtstag. „42? Das ist doch nichts besonderes.“, wird vielleicht salopp ein mancher sagen. Ich antworte darauf: „42! Alter! So wie die Kilometer beim Marathon!“ Grund genug in diesem Jahr was richtig großes rauszuhauen. Einen weiteren Ultra und eine weitere besondere Langdistanz. Beim Ultra soll es dann dieses Mal ins Dreistellige gehen. Interessiert? Neugierig? Dann stöbert wieder regelmäßig auf meiner Seite rum, denn jetzt wird erst einmal der Chiemsee umrundet ;-). Mehr zum eigentlich Hauptevent in diesem Jahr gibt es ein anderen Mal. Nun heißt es „let´s fetz!“. Lasst uns die Schuhe anziehen und dieses Jahr wieder viele schöne Meter sammeln.

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