Die Antwort: Jein!

Nach dem Arctic Triple war nun erst einmal Ruhepause angesagt. Zeit mal auszuspannen und etwas anderes zu machen. Auch meine Bänder, Sehnen und Gelenke haben dringend eine Auszeit gebraucht. Doch schon im Juli stand die Frage an, wie es denn nun weitergeht? Geht noch mehr als 100 Milen? Oder noch viel wichtiger: MUSS es weiter gehen? Wo bekomme ich noch einen Kick? Wo Freude? Ist eine noch längere Distanz spannend? Viele Fragen haben sich aufgetürmt, die es zuvor noch nie gab. Das nächste Event, was etwas völlig Neues mit sich zog, stand bisher immer schon für mich parat. Natürlich habe ich eine kleine Liste mit weiteren (Ultra-)Marathons. Das Problem bestand jedoch zusehends im Zeitpunkt. Zu spät, zu früh oder zeitlich nicht möglich. Eine weitere Schwierigkeit, vielleicht die Größere, war aber die Distanz. Ich musste für mich selber die Frage beantworten, ob ich mit einer geringeren Distanz eigentlich noch happy bin. Kann ich mich dafür noch weiter antreiben? Geht es für mich als Läufer überhaupt noch weiter? Für mich war klar, dass es mir zu viel Aufwand ist einfach nur noch irgendeinen Marathon zu laufen. Ich habe mich daher auch versucht durch Dokus, Videos usw. inspirieren zu lassen. Was machen die Profis so? Leider nirgends etwas für mich dabei. Doch ein Spruch blieb hängen. Sinngemäß: „Muss es unbedingt ein ausgeschriebenes Rennen sein? Gibt es nicht auch etwas anderes was einen (an)treibt?“ Darüber habe ich erst einmal etwas nachgedacht. Die für mich selbst lautete „Nein, es muss kein Rennen sein. Ja, ich habe Ideen mir selbst Herausforderungen zu stellen“.

Relativ bald ist mir so eine Do-It-Yourself-Challenge für 2027 eingefallen. Die Bavarian-Lake-Challenge hat mir sehr gut gefallen. Für mich bleibt sie bisher aber irgendwie unvollständig. Mir fehlt der Bodensee! Mit rund 260 km ist die Umrundung um ein Vielfaches größer als bei den anderen Seen. Wie kann man nun daraus etwas Gutes machen. Am Stück wollte ich den See nicht umrunden, da mir die Vorbereitung zu intensiv gewesen wäre. Mein Ziel: Die Umrundung soll binnen fünf Tagen erfolgen. Dies entspricht also täglich einem 52 km-Ultralauf. Das sollte erst einmal Challenge genug sein.

Doch was geht das restliche Jahr 2027 noch? Zeitlich waren die Mountainman-Veranstaltungen ganz gut gelegen. Der Reiz reichte aber erstmal nicht, um das Fass zum Überlaufen zu bringen. Dann gab es bei einem der Mountainman-Events die richtige Kombi. Ein anderes Raceformat, einen Mitläufer und eine Jäger-Sammler-Situation. Ende Januar findet wieder ein Event in Reit im Winkl statt. Diesmal jedoch als sog. „Winterloop“. Die Strecke verläuft in einer festen 7,5 km-Runde – also ein Loop. Distanzen gab es genug. Einen Marathon bzw. 45 km über immer die gleiche Runde zu laufen überzeugte mich aber noch nicht. Zum Glück gab es ein weiteres Detail bei diesem Lauf, welches den sehr kindischen Sammler in mir weckte. Armbänder! Für je zwei Loops gibt es stets ein Armband mit einer anderen Aufschrift. Insgesamt fünf verschiedene (<15k – Finisher; <30k – Hero; <45k – Warrior; <60k – Beast und >67,5k – Legend). Gezählt werden nur vollständige Loops, was das Rennen zusätzlich verschärft. Jetzt war es klar. Das 7-8-Loop-Band, das „Beast“-Band, muss um mein Handgelenk. Und wenn es läuft, dann läuft es. Ein Läuferkumpel, mit dem ich schon den HM Landsberg laufen durfte, begleitet mich erneut. Spitze! Vielen Dank an dieser Stelle. Doch Moment. 60 km ist doch mehr als ein Marathon? Jupp, das musste sein. Dem Challenge-Charakter bin ich treu geblieben und so bin ich nun für die 6h-Challenge angemeldet. Mal sehen, was so geht.

So ganz zufrieden war ich dennoch nicht. Ende Januar und August. Sehr viel Zeit dazwischen. Wie kann man das überbrücken? Mit einem Städtetrip… uuuund dann doch einem klassischen Marathon. Sehenswerte Städte und gute Zeitpunkte waren allerdings etwas knapp. Gut erreichbar und interessant erschien mir der Leipzig-Marathon. Am 19. April werde ich nun versuchen meine Bestzeit zu knacken. Das Wetter sollte noch moderat sein und mit dem Mountainman sollte ich bereits in einer guten Grundform sein. So ist zumindest der Plan.

Nach einem unglaublichen Jahr 2026 kann ich mich nun auch auf das nächste Jahr freuen. Geht es weiter? Längenmäßig nicht, aber Laufabenteuer gibt es noch genug. Also: Time To Play! Schuhe schnüren und los!