Nico runs 4 nature

Time 2 Play!

Triple Arctic Ultratrail

Huch, auch die Zeit hat ein ordentliches Tempo. Rennt einfach so dahin. Urlaub, Laptop reparieren und simpler einfacher Stillstand. Doch das möchte ich in einem anderen Beitrag thematisieren. Viele sind mir gefolgt, haben mich darauf angesprochen und konnten mir letztendlich auch gratulieren. Nochmals vielen Dank dafür.

Doch wie war es nun? Hier möchte ich mit der Geschichte mit dem Vortrag starten. So wie immer: Race-Briefing. Einige waren vor den Teilnehmenden gestanden und haben den Lauf zu einem Event, einer Erfahrung, etwas großem hochgeputscht. Der Puls ist wiedermal angestiegen. Zwei der Redner, die auch durch das Streckenprofil führten, sind mir dabei besonders im Kopf geblieben und nicht nur weil ihr Auftritt etwas von Standup-Comedy hatte. Was sich in meinem Kopf eingebrannt hat waren zwei Aussagen. Zum einen haben sie schon mehrmals teilgenommen. Der eine zehn mal, aber nur 7 mal erfolgreich. Es ist also kein Selbstläufer, wenn man schon einmal durch die Ziellinie gekommen ist. Der andere hatte ca. acht Teilnahmen. Keine einzige erfolgreich. Keine. Einzige. Als Norweger. Als Lokalmatador. „Und was mache ich hier?“ ist mir durch den Kopf gegangen. Respekt hatte ich von der Strecke davor auch schon. Einer der saloppen Sprüche war: „Wir sind hier nicht beim Ultratrail Mount Blanc in Frankreich. (Das ist quasi die Ultratrail-WM) Bei uns in Norwegen bedeutet ein Trail, dass es keine Kieswege gibt. Wir sind hier in der Pampa.“ Heyyyy, Stimmung. Habe ich mich nun (endlich) mal überschätzt? Mit mulmigen und aufgeregtem Gefühl bin ich weiter dem Briefing gefolgt und – wie immer vor einem großen Lauf – genauso ins Bett gegangen.

In der Früh ging es dann mit dem Bus von Svolvaer die ganzen Lofoten runter bis nach Reine. Die Landschaft war wunderschön. Im Hinterkopf war trotzdem auch der Gedanke, dass das alles und noch mehr zu laufen ist. In Reine konnte man dann noch ein wenig etwas snacken und sich kurz das Städtchen ansehen. Mit dem Boot ging es dann weiter in die Häuseransammlung Kjerkfjorden. Ohne Boot gelangt man dort auch nicht hin. Die Bootstour durch die Fjorde war klasse. Bis hierhin haben die Bilder und Videos nicht zu viel versprochen. Die Erwartungen wurden voll und ganz erfüllt. Die Lust endlich loszulegen wurde immer größer. Im Örtchen wurden noch ein paar Fahnen aufgebaut, die die ersten Startmeter schmückten. Man lief sich etwas warm und zog sich seinen finalen Laufdress an. Laufstecken in die Hand, Kopfhörer ins Ohr und 3… 2… 1… endlich ging es los. Nach Monaten und unzähligen Kilometern der Vorbereitung ist DAS Rennen überhaupt gestartet. 162 Kilometer sollten es werden.

Nochmal: Die Landschaft auf den Lofoten ist unbeschreiblich schön und abwechslungsreich. Sofern es mein Gedächtnis erlaubt, könnte ich für jeden Kilometer ein szenisches Bild beschreiben. Stattdessen streue ich einfach ein paar Bilder und ganz besondere Ereignisse ein.

Zuvor habe ich ja in einem anderen Beitrag das unterschiedliche Terrain beschrieben. Da es die Woche zuvor immer wieder geregnet hat wurde es zusätzlich schwierig. Wie erwähnt gab es nur selten Teer oder befestigte Wege. Oft war die Strecke eher sumpfig. Man hatte die Wahl den schnellen Weg durch den Matsch zu gehen und dabei ggf. seine Schuhe zu verlieren, zusätzliche Meter auf sich zu nehmen und außenrum zu laufen oder mit seinen Laufstecken im Stile eines Hochspringers bestmöglchst darüberzuhüpfen. Hier und da musste ich mich sputen um die Cut-Off-Zeiten einhalten zu können. Möglichkeit 1 wurde also auch ab und zu gewählt. Manchmal gab es schlicht weg aber auch einfach keine Wahl. Als ob der Weg extra durch ein Morast gelegt wurde. Das Ergebnis war, dass ich teilweise knietief im Schlamm steckte. Zum Glück gab es während des Rennens zwei Wechselzonen, bei denen man sein Equipment und somit auch seine Schuhe wechseln konnte.

Hier komme ich zu einer anderen Story. Die Verpflegungspunkte. Neben dem normalen Läufermenü (Nüsse, Riegel, Nudeln, Obst, …) gab es auch oft eine ordentliche Mahlzeit. Lasagne oder norwegische Fischsuppe sind hier als Highlight zu nennen. Wenn man über einen Tag auf den Füßen ist, dann reichen Nüsse einfach nicht mehr. Besonders in Erinnerung ist mir die erste Wechselzone (55 km) geblieben. Bevor ich richtig zur Türe reingekommen bin wurde mir schon mein Rucksack mit meinen Wechselsachen gebracht. Mir wurde liebevoll mitgeteilt, dass ich mich einfach hinsetzen und ausruhen soll. Die Verpflegung wurde zu mir gebracht. Ebenso wie eine Wanne mit warmen Wasser um meine Füße zu säubern. Nach einer 45-minütigen Rast ging es dann weiter. Auch ansonsten wurde einem auf nahezu jedem Posten angesehen wie erschöpft man war. Die Folge: „Setz dich, ich bring dir was.“ Echt süß!

Nachdem ich nicht zu den Spitzenläufern gezählt habe, konnte ich durch meine Fertigkeit als Spurenleser gut dem Weg meiner Vorgänger folgen. War dies nicht möglich, so half mir meine GPS-Laufuhr. Doch genau an diesen Stellen war jeder einzelne Meter Genauigkeit entscheidend. An manchen Abschnitten war das GPS zu schlecht und die rosa Fahnen (auch absichtlich; Aussage des Veranstalters) mit zu viel Abstand und hinter Bergkuppen oder Felsen gesteckt. Einmal wählte ich den falschen Weg und befand mich auf einer nassen Felsplatte. Ich beschloss mich auf den Hosenboden zu setzen und etwas hinuterzuschlittern um zur nächsten Platte zu gelangen. Das klappte jedoch so gut, dass ich mich fast im Freiflug befunden hätte. Nach erfolgreichem Übersetzen und ein paar weiteren Sprüngen befand ich mich dann wieder auf dem richtigen Weg. Die Anstiege auf die Bergspitzen hatten es in sich. Was aber viel krasser war, waren die Abstiege. Durch Downhill-Passagen konnte ich bisher stets sehr viel Zeit wieder gutmachen. Diese Bergab-Passagen waren aber richtige Zeitfresser. Die Motivation sank und der Ärger wuchs, wenn die Uhr für einen Kilometer dreißig Minuten angezeigt hat. Bei 30 % Gefälle, Fels und stufenartigen Abstiegen, bei denen die Stufen auch nur Fußbreite hatten vielleicht kein Wunder. Ein weiterer Beleg für die „Pampa-Strecke“ waren die vielen Klettereinheiten. Zuvor dachte ich, dass es ein bis zwei Stellen gibt, bei denen man mehr Cliffhanger als Forest Gump spielen muss, doch solche Felswände oder ebene Areale gab es zu hauf. Ein fester genauer Griff (mit den Laufstecken in den Händen) war gesundheitsbedingt unbedingt von Nöten um heil über die Felsen und Berge zu gelangen. Einmal landete ein Helikopter auf der anderen Bergseite von mir. Es hat wohl leider nicht bei jedem geklappt. Zum Glück gab es jedoch auch ein paar Abschnitte die aus ehrlicher geteerter Straße oder zumindest aus Feldweg bestanden. Diese Abschnitte waren die einzigen, bei denen ich mal überholen konnte und nicht selbst überholt wurde. Endlich konnte ich mal wieder Zeit reinholen. Das Ambiente konnte aber logischerweise nicht mit den „Naturmetern“ mithalten. Und so kam es, dass egal wo ich mich befand, ich mir ein anderes Gelände herbeiwünschte. „Bitte keine Berge mehr! Ich will endlich Straße.“ „Bitte keine Straße mehr! Ich will Gelände.“, „Bitte kein solches Gelände! Ich mag nicht mehr durch den Matsch.“

Wie stand es um meine Müdigkeit? Meine Antwort: Welche Müdigkeit? Es war unglaublich. Durch den Umstand, dass es nicht dunkel wurde wurde man auch nicht müde. Der Tag-Nacht-Rhythmus war vollkommen dahin. Es war sehr anstrengend und bei jeder Rast war das Setzen auf einen Stuhl, aufgrund der übersäuerten Muskeln, eine Qual, aber müde war ich nie. Ein weiterer Grund war noch die Konzentration, die mir die Strecke abverlangte.

Gegen Ende wurde es aber eng. Aufgrund der wechselnden Tageszeit und Höhe der Strecke war es unterschiedlich warm. Beim (vor)letzten? Anstieg war ich viel zu dick angezogen, so dass es mir schwindlig wurde. Als ich dann trotz Zeitmangels beschloss meine Laufjacke auszuziehen wurde es schlagartig besser. Über einen Berggrat balancierend ging es bergab. Hier hatte ich dann so richtig Bammel, dass mir die Zeit ausgeht. Mitten im Nirgendwo und mit einer wiedermal zeitvernichtenden Bergab-Passage konnte ich mir nicht mehr vorstellen die letzte Station mit Cut-Off-Zeit rechtzeitig zu erreichen. Plötzlich war der Downhill-Part geschafft. Zivilisation fehlte dennoch komplett. Und auf einmal war ein Pfad von Holzbrettern entlang eines Seeufers ausgelegt. Meine Rettung. Flaches profilloses Laufen. Zwanzig Minuten vor der Cut-Off-Time bin ich an die Station gekommen. Ab da hatte ich für das Finish noch vier Stunden. Nur noch ein kleiner Aufstieg und sechs Kilometer.

Oben angekommen wurde ich dann belohnt. Die Streckenposten an der letzten Station haben es schon verraten. Die Aussicht vom Berg auf Svolvaer war fantastisch. Eigentlich schon so etwas wie das Ziel, denn Zeit blieb genügend übrig. Also wurde durchgeschnauft, Fotos gemacht und gelacht. Pure Freude. Ab hier war klar, dass man finishen wird. Noch einmal runter, durch die Stadt und ein paar hundert Meter die Hafenpromenade entlang… es war hellichter Tag, dem Anschein nach, denn eigentlich war es ca. 1:30 Uhr nachts. Meine Frau begleitete mich die letzten Meter bis zum Zielplatz (Danke <3 ). Und dann war der Lauf nach 37h 39min 33s vorbei. Einfach so.

Da es verschiedenste Distanzen gab, wurde ich immer wieder von zahlreichen LäuferInnen überholt, die an anderer Stelle und Zeit ihre Rennen begonnen haben. Doch auf den 162 km wurde ich tatsächlich 44er von 147 gemeldeten Athleten. Das ist mit Sicherheit nichts besonderes. Worauf ich nachträglich jedoch durchaus Stolz bin ist, dass es nach mir nur noch fünf weitere Läufer in der regulären Zeit durchs und ins Ziel geschafft haben. Die Sprecher im Briefing behielten Recht. Der Triple Arctic Ultratrail hat einige zerrieben. Nur jeder Dritte war erfolgreich und erreichte Svolvaer. Und einer davon war ich. Das Häufchen Elend, dass nach dem Ziel mit einer Wolldecke auf der Bank mit einem Fischburger saß und vor Erschöpfung und Kälte schlotterte.

Der Heimweg zu Fuß zog sich etwas. Zum Glück befand sich die Toilettenschüssel meines Hotelzimmers in der Duschkabine, so dass ich mich im Sitzen duschen konnte. Für das Alter habe ich auch schon Erfahrung gesammelt, denn die Muskeln wollten hier und da nicht mehr, so dass ich etwas Hilfe brauchte um mich auszuziehen. Mit Blasen an den Fußsohlen ging es dann irgenwann ins Bett. Zufrieden. Happy. Voller gigantischer Eindrücke im Kopf. Mit einem Lachen im Gesicht.

Mach´ es auch. Such dir was um über dich hinauszuwachsen.

Bavarian-Lake-Challenge… bestanden!

Mein letzter Beitrag ist schon eine Weile her. Grund dafür war, dass meine Saisonhöhepunkte vor der Tür standen. Kurzum: Material zum Schreiben ist nun genug da.

Einer meines meiner Vorhaben war die Bavarian-Lake-Challenge. Diese konnte ich Ende April am Walchensee – meinem Liebling – zum Abschluss bringen. Zu dieser Jahreszeit war das Wetter bereits spitze, auch wenn es ziemlich windig war. Der See hat daher auch schon sein karibikblau, welches man bereits genießen darf, sobal man die Serpentinen hinunterfährt. Will man den See umrunden, so bietet er technisch gesehen keinerlei Herausforderungen. Die Seenrunde ist daher purer Genuss. Zu dieser Zeit befand ich mich noch in der Vorbereitung zum „The Arctic Triple“-Ultratrail. Der Trainingsplan hat 50 km vorgesehen. Somit durfte ich den See zweimal genießen. Leider bietet nur die Westseite zwischen Urfeld und der Ortschaft Walchensee einen guten Einstieg in die Runde. Allerdings warten dort auch schöne Biergärten um seine gelaufenen Kilometer danach gebührend zu feiern. Danach ist einfach nur See und Natur angesagt. Der Großteil der 26 km ist jedoch auf asphaltierter Strecke zu laufen. Nichtsdestotrotz, der See ist wunderschön. Überzeugt euch selbst:

Vom Walchensee-Museum am Ureflder Ortsende aus gibt es einen schönen Gesamtüberblick über den Walchensee. An diesem windreichen Tag konnte man auch viele Windsurfer bewundern.

An ein paar erlesenen Stellen gibt es kleine Erfrischungsmöglichkeiten. Zeit inne zu halten und sich bewusst zu werden, wo man gerade ist…

Ein paar Kilometer Schotter und Wurzel gibt es dann doch. Genau hier habe ich meine Laufstecken (fast) verloren. Fast? Ich konnte sie nicht richtig an meiner Tasche befestigen. Gut 2 km später ist mir dann aufgefallen, dass sie weg sind. Zum Glück lagen sie noch da. =)

Und wenn man denkt, dass man gleich in Walchensee ist, darf man noch ca. 5 km auf eine Art Inselzunge. Auf dieser glaubt man jedoch, dass man irgendwo auf einem Berg mit netten Hüttchen ist. Ein super Abschluss.

The Otherside Of Walchensee. Noch 2 km.

Zum Salzleckstein mutiert. Nach insgesamt 56 km ist war dann Schluss. Zeit die Füße in den See zu halten und sich zu belohnen.

Und da war es geschafft. Zum Jahresbeginn habe ich mit dieser Challenge begonnen. Wer Kilometer machen möchte oder einfach viel Freude beim Laufen haben mag, der sollte sich unbedingt registrieren. Mir haben unsere schönen Bayernseen viel geholfen und mich sehr fit für den „The Arctic Triple“ gemacht. Selbst wenn man diese See einfach nur abläuft, ohne Spektakel, Startschuss oder Ziellinie, ohne Zuschauer und Finishershirt, so hat man doch einiges geleistet. Einige Marathons und sogar mehrere Ultramarathons sind für unsere Seen zu absolvieren. Macht mit! Meldet euch an! Es bleibt auch so ein tolles Gefühl zurück ans Auto zu kommen.

„Aber was ist denn das für eine komische Aktion, wenn es nicht mal eine Medaille gibt?“ Keine Sorge. Sind die zehn Seen abgehakt, gibt es nicht nur eine Medaille, sondern sogar eine Murmel =). Doch diese konnte ich auf etwas Besonderem betten… auf den kleinen Steinchen, die ich bei jeder Umrundung eines Sees gesammelt habe. Meine eigentlichen „Dienstabzeichen“. #proudofit

Egal wie groß euer See ist. Habt Spaß beim Erkunden und Joggen. Bis zum nächsten Mal!

The Arctic Triple T.A.T.

Anfang des Jahres habe ich Geburtstag gefeiert. 42! Für mich scheint diese Zahl perfekt, um mir meine eigene Messlatte ein ordentliches Stück nach oben zu setzen. 42, wie der Marathon. Seit dem wurden schon ordentlich Kilometer gemacht. Ein Marathon (Mountainman) und bereits fünf Ultra-Läufe (Chiemsee, Ammersee, Backyard Kuhsee, Walchensee und Waginger See) ganz zu schweigen von den anderen Kilometern die ich bereits zur Vorbereitung gemacht habe. In den vorherigen Beiträgen habe ich es ja immer wieder mal kurz angerissen. Alles nur Vorbereitung. Doch wofür? Nun will ich den Vorhang lüften.

Der T.A.T.-Ort meines läuferischen Mainevents ist in den Lofoten (NOR). Dort wird jedes Jahr, immer in der 22 KW, „The Arctic Triple“ ausgetragen. Neben eines Skimo-Events (KW 11) und eines Triathlons (KW 33) gibt es an diesem Termin mehrere Ultra-Distanzen zur Auswahl. Stets, wenn es bei einer Veranstaltung auch längere Distanzen gab, habe ich mich ein wenig klein gefühlt. Kennt ihr das? Wenn man etwas großartiges abgeschlossen hat und es mit Stolz erzählt und einer sagt: „Ahhh, ich kenne einen, der einen kennt, dessen Gärtner ist (auch) XXX km gelaufen.“ Grrrrrr! Einer der kleineren Gründe, weshalb ich mich hier angemeldet habe. Ich möchte der Gärtner sein. Doch einer der wichtigsten Gründe ist herauszufinden, wie sehr ich mich schinden kann. Wie viel beißen geht? Was geht bei Körper und Kopf? Wie weit kann man über sich hinauswachsen, zur T.A.T.-Waffe werden? Doch wie weit laufe ich nu? Das Maximum eben: 100 Meilen (ca. 167 km). Am Stück, nicht über mehrere Tage verteilt. Wobei… Das Rennen wird zwar nicht unterbrochen, allerdings beträgt die Cut-Off-Zeit vierzig Stunden. Man ist also eine Zeit lang (mehrere Tage) unterwegs.

Doch wie macht man das, wenn es dunkel wird? Kein Problem. Zu dieser Jahreszeit wird es nicht dunkel. Die Stirnlampe bleibt daheim. Und deshalb die Lofoten. Bei so einer Strecke sollte ordentlich Abwechslung dabei sein um am Ball zu bleiben. Nur ein paar Stichpunkte um die Strecke zu beschreiben: Keine Dunkelheit, Strandlauf, felsige Trails, Brücken, Asphalt, Schotter, Grastrails, Bergsteigen, abseilen, Schnee… Ich könnte ewig so weiter machen. Das alles in einem einzigen Lauf bei im wahrsten Sinne atemberaubender Landschaft. Ein nicht zu vernachlässigendes Detail sind auch noch die ca. 7000 Höhenmeter. Vier Marathons vermischt mit drei Aufstiegen auf die Zugspitze!? Challenge accepted!

Die offizielle Beschreibung der Laufstrecke ist ungefähr in die einzelnen Verpflegungsabschnitte gegliedert. Schon jeder einzelne liest sich wie ein vollständiges Rennen. Hier werden nicht nur die Füße, sondern auch das Auge gefordert. Zu sehen wird es genug geben. Besonders ist auch schon die Anfahrt. An den Start wird man nämlich mit dem Boot gefahren. Vom Landesinneren (Svolvær) an das Ende der Lofoten nach Kirkefjorden. Während der 20-minütigen Schiffsfahrt kann man schon einmal einen Eindruck davon bekommen, was einen als nächstes erwarten wird. Der Rest der Streckenführung ist relativ simpel. Man läuft die ganzen Lofoten durch, bis irgendwann der Zielbereich da ist.

Ich hoffe, ihr könnt euch mit Hilfe der Fotos ebenfalls für die Lofoten faszinieren. Die Vorfreude, aber auch eine ordentliche Menge Nervosität schlagen bei mir jedenfalls schon ordentlich gegen meine Bauchdecke. Läuft euch für eine ähnliche Laufveranstaltung auch schon das Wasser im Mund zusammen? Dann meldet euch an! Ich freue mich sehr über aufbauende Worte vor und während des Events (29. Mai ´26). Und nicht vergessen: Ich laufe nicht nur in, sondern auch FÜR die Natur (Spende). Ganz viel Erfolg und Freude beim Überspringen eurer Messlatte.

Starnberger See und die 150 km

Was man mit ein paar freien Tagen machen kann: Entspannen, baden, grillen… Ich habe die Zeit genutzt um zu trainieren. Innerhalb von drei Tagen bin ich 150 km gelaufen. Das war somit der intensivste Teil auf meinem Trainingsplan.

Los ging es mit einer 30 km-Runde um meine Nachbarschaft herum. Tag zwei verlangte mir 70 km ab. Streckenmäßig nicht wirklich was besonderes, jedoch ist es schön, solch eine Distanz durchhalten zu können. In der Früh zu starten und am Abend heimzukommen… Grund genug ein wenig zu posen. Doch an diesem Abend gab es dann noch genug zu tun. Gut ausdehen, ein Entspannungsbad nehmen und Kohlehydrate reinschaufeln. Irgendwie wieder fit werden für die letzten 50 km an Tag 3.

Nachdem das Wetter am zweiten Tag ein klassischer April-Tag war, wurde ich am Dritten mit viel Sonne und toller Lauftemperatur verwöhnt. Vor allem hier kam die Sonne perfekt zum Einsatz, denn die letzten 50 km führten mich um den Starnberger See herum. Possenhofen erschien mir als guter Startpunkt, da es dort freie Parkplätze und einen Kiosk für „danach“ gibt. Von da aus machte ich mich im Uhrzeigersinn auf nach Starnberg. Gerade in Starnberg war das laufen schwer. So viele Fotomotive und Einkehrmöglichkeit… bei traumhaftem Frühlingswetter. Die schweren Beine wurden bei solch einer Kulisse sehr viel leichter. Wer sich für Astronomie begeistert, der kann sich entlang der Seepromenade immer wieder an Informationssäulen erfreuen. Diese sind allesamt mit einem Modell eines Planeten des Sonnensystems geschmückt. Am Strandbad angekommen kann man sich noch an den vielen netten Bootshäusern erfreuen, bis man über eine kleine Brücke kommt, die über die Würm führt. An dieser Brücke befindet man sich am einen Ende des langgezogenen Sees. Hier wird einem klar, was auf einen wartet. Was eine Umrundung bedeutet.

Danach führt der Weg schön am See entlang. Dennoch befinden sich auf der einen Seite zumeist lauter Boots- und auf der anderen die Wohnhäuser. Diesmal macht dies aber gar nichts aus. Egal ob Boots- oder Trafohaus. Alles sieht so aus, als ob man da selbst einziehen möchte. Die Wohnhäuser gleichen kleinen Schlössern. Die Frage hat mich immer begleitet, ob für den Gartner ein extra Gärtner angestellt wird. Die obligatorsche Terrasse oder Balkon, von wo man das Seeambiente genießen kann gehörten selbstredend dazu. Ja und wenn es kein Schlösschen war, dann eben ein Haus. Aber was für eines. Bei jedem hätte man denken können, dass hier die Weltmeisterschaft für einen Architektenpreis ausgetragen wurde. Überall wäre man gerne hineingegangen und hätte einen Riesenspaß an einer Hausbesichtigung gehabt. Im Anschluss folgt dann das Wäldchen, welches die Votivkapelle umschließt. Welche Kapelle? Die Votivkapelle! Sehr sehenswert. Zumal an ihrem Fuße das Kreuz steht, welches an Ludwig II. erinnert. Na? Kommt´s wieder? Genau. Hier ist der Märchenkönig ertrunken. Dort sind dann auch die ersten 10 km gelaufen, die es erlauben einen kleinen Snack zu sich zu nehmen und die Eindrücke aufzusaugen.

Die Wegstrecke am See entlang ändert sich nicht nennenswert. Es bleibt schön. Den See fest im Blick. Das Highlight bleiben aber im positiven Sinn die Häuser. Dabei hat man jedoch nie das Gefühl durch einen Ort zu laufen. Allesamt sind so in den Wald eingebaut, dass sie fast für sich allein stehen. Ein lautes „Wow“ entfährt einem noch beim Anblick der „Wort des Lebens“-Schlösser bei Seeburg, die Jugendherbergen sind. Hier würde ich mich sofort bei einem Freizeitprogramm anmelden.

Kurz vor Seehaupt, am anderen Seeende steht dann die Natur im Vordergrund. Man wird durch die Landschaftsschutzbereiche geführt. Bei diesem Szenenwechsel taucht man wieder in die Bergromantik ein. Hier und da wird man von einem Bänkchen eingeladen etwas zu rasten oder auf eine Alpenwanderung zu gehen. Je näher man Buchheim kommt, desto mehr verliert sich die natürliche Atmosphäre und wird von einer gut gepflegten Parklandschaften abgelöst. Dieses Areal eignet sich super für kürzere Läufe mit ein paar Auf & Abs. Ebenso interessant wirkt auch das Kunst-Museum bei Buchheim. Mit dem bunt besprayten Helikopter scheint es definitv einen Blick wert zu sein.

Irgendwann ist es so weit und man ist in Tutzing angekommen. Hier hat man die Wahl, ob man in der Stadt flanieren oder durch das Parkgelände laufen soll. Zu sehen gibt es genug. Ich kann jedenfalls den kurzen Aufstieg auf den Johannishügel empfehlen. Für mich war es DER Blick auf den Starnberger See, der an dieser Stelle wundervoll von den Bergen geschmückt wird. Eine super Stelle für eine kleine Auszeit.

Danach folgen die finalen Kilometer. Noch ca. 8 km bis nach Possenhofen. Die Marathondistanz ist bereits im Gepäck. Und genau diese letzten Kilometer haben wieder den See als Hauptdarsteller. See, See, Liegewiese. Es macht nochmal richtig Spaß auf den Kieswegen zu laufen (gerade auf der anderen Uferseite hat man sehr wenig davon). Man blickt auf die Sonnenbräuner, die Wasserratten und die Grillgötter. Die Gedanken um das Zielbierchen verdichten sich… bis man dann da ist. Geschafft. Genau hier ist ein famoses Ende der Seerunde. Eis und alkoholfreies Weizen kaufen und seine Kilometer bestaunen. Man kann vom einen auf´s andere Seeende blicken. Sieht auf der anderen Uferseite die Voltivkapelle und so manches Schloss, an dem man vorbeigelaufen ist. Herrlich. Ein Schluck vom Weizen auf dem Steg mit diesem Blick. Man darf in ein richtig zufriedenes Hochgefühl eintauchen.

Egal wo man mit seiner Seerunde einsteigt. Man kommt definitv auf seine Kosten. Ein paar Kilometer am See entlangzulaufen sind kein Fehler. Einzig und allein die Recherche, wo es den belohnenden Durstlöscher gibt sollte durchgeführt werden, da diese teilweise schon auf sich warten lassen. Das Warten ist es aber wert. Und jetzt auf geht´s. Lasst uns das nächste Weizen verdienen!

Sahne zu Butter – Waginger See

Die Bavarian Lake Challenge neigt sich ihrem Ende zu. Am Ostersamstag ging es für mich zum Waginger See. Was die Entfernung angeht, war dieser See der entlegenste. Direkt neben dem Waginger See liegt auch der Tachinger See und wenn ich sage direkt neben dran, dann meine ich das auch so. Die Seen sind lediglich von einer Brücke getrennt. Man möchte meinen, dass früher die Tachinger und Waginger nicht miteinander auskamen… . Aufgrund der geografischen Lage, beschloss ich, die Seen gemeinsam zu umrunden. 29 km stehen danach auf der Laufuhr. An schönen Spots mangelt es allerdings sehr. Ein gutes Stück führt wieder entlang einer Landstraße. Darüber hinaus geht es durch die kleinen Dörfer und grünen Ortsschilder. Lediglich an der Ostseite des Tachinger Sees sind ein paar Kilometer durch einen Wald direkt am Ufer zu genießen. Auch ansonsten könnte man meinen, dass die Seen sogar eher ignoriert werden. Außer zwei Strandbäder – oder eher aufgrund der Größe Badezimmer -und zwei Campingplätze erinnert nichts daran, dass sich hier eine größere Wassermasse befindet. Es gibt auch keinen einzigen Biergarten, Restaurant, Badebereich oder sonstiges von wo aus man das Seeambiente genießen könnte. Es lohnt wirklich nicht hier hinzufahren. Das einzige Sehenswerte ist der 5-Sterne-Camping-Platz (Waginger See). Nur dort gibt es einen wirklich schönen Kilometer Seepromenade und ein Restaurant. Ansonsten hat man auch die Möglichkeit eine Runde Mini-Golf, Pitpat oder Soccergolf zu spielen. Hier ließe es sich aushalten.

Zufällig wollte ich bei dieser Runde ein kleines Projekt ausprobieren, welches ich im Fernseh gesehen habe. Dabei füllt man Sahne in einen Beutel, steckt diesen in seinen Laufrucksack und läuft. Das „wilde Rumgehopse“ soll die Sahen aufschlagen. Nach ca. 10 km soll es schon fertig sein. Da meine erste Runde 29 km betrug waren die Erfolgsaussichten also recht hoch. Und tadaaaa. Es lief wie geschmiert. Mit Streichzarter Butter konnte ich mir meinen Osterfladen schmecken lassen. Diese Aktion fand ich echt witzig und kann es nur empfehlen einmal nachzumachen.

Der Snack war wertvoll, denn jetzt war erst Halbzeit. 60 km waren mein Ziel. Ein weiterer Ultra. Da die Strecke nicht viel hergab, war es diesmal recht zäh. Wer „kleinere“ Strecken vorzieht, der kann sich die Seen auch gerne aufteilen. Eine Umrundung des Waginger Sees bringt ca. 19 km, eine um den Tachinger ca 14 km mit sich. Doch wie gesagt. Es gibt sehr viel schönere Ecken für die es sich lohnt die Laufschuhe anzuziehen. Und jetzt vorwärts: Butter laufen 😉

Kochel- und Simssee

Zwei weitere Seen wurden umrundet. Das Ende der Bavarian Lake Challenge (BLC) rückt näher. Es sei jedoch erwähnt, dass der Kochel- und Simssee an verschiedenen Tagen umrundet wurden.

Der Kochelsee gehört aufgrund seiner ca. 15 km nicht zu den Top 10 und somit nicht zur eigentlichen BLC. Die Kombi den See zu umrunden und dann den nahegelegenen Herzogstand zu erklimmen löste allerdings einen gewissen Reiz aus. Eingesäumt vom Alpenpanorama macht der Kochelsee durchaus etwas her. Auch entlang der Wegstrecke bemerkt man wo man ist. Schöne Fels- und Waldtrails warten auf einen. Zudem sammeln sich nicht all zu viele Menschenscharen um ihn, da die Zahl an Biergärten oder sonstigen Verweilmöglichkeiten eher überschaubar ist. Eine davon wäre allerdings das Örtchen Schlehdorf. Ebenfalls eine Marke auf der Wegstrecke ist das Wasserkraftwerk Walchensee, an welchem man unweigerlich vorbeiläuft. Witzig ist der Weg unter das Erholungszentrum in Kochel (Therme) hindurch. Während die Saunagänger bei einer Zigarette die Aussicht genießen führt direkt durch die Therme ein kleiner Tunnel. Man darf eine schöne Tour um den See genießen.

Direkt am Kochelsee führen auch schon Wege zum Herzogstand. Ich fuhr jedoch hoch bis zu den Serpentinen, die dann bereits zum benachbarten Walchensee führen. Die Wetterlage war im März recht abstrus. Während am Kochelsee kein einziger Schneehaufen zu sehen war, war der Weg hinauf zum Gipfel ab dem ersten Meter von Schnee überzogen. Wandert man den Weg hinauf sind laut Wegweiser ca. 3:45 h nötig. An den Pfaden entlang gibt es immer wieder ein paar Schilder, die mit Texten von König Ludwig II. versehen sind. Vor allem beim Anfang ist das durchaus nicht verkehrt, da die Aussicht noch etwas zu wünschen übrig lässt. Ab einer bestimmten Höhe darf man sich dann aber an ihr laben. An ein paar Stellen hat man einen wunderschönen Ausblick auf den Kochelsee. Wenn man diesen zuvor umrundet hat, ist dieses Bild gleich nochmal so viel Wert. Der Weg selbst nimmt ebenfalls an Pracht zu. Oben wartet dann noch ein Wirtshaus, in dem man sich für seine Mühen noch belohnen kann. Ca. 40 Gehminuten mehr, darf man dann ein Foto mit dem Gipfelkreuz machen. Bei entsprechender Wetterlage ist die Aussicht phänomenal. Ich selbst hatte aber auch schon des Öfteren Nebelbänke vor dem Gesicht. Spaß macht es trotzdem. Hoch und runter sind es für Läufer auch nur knapp zwei Stunden, weshalb man sich oben also Zeit lassen kann. Vor allem das „Hinuterrennen“ hat mir viel Freude bereitet.

Nun zum Simssee. Dieser ist nur 8 km vom Chiemsee entfernt. Bei diesem See verwundert es etwas, dass es trotz seiner 18 km lediglich 2-3 Möglichkeiten gibt die Idylle bei einem Bierchen zu genießen und die Füße ins Wasser zu stecken. Dieser Bereich, der im Örtchen „Simssee“ (grünes Ortsschild) liegt, ist es allerdings wert einen Ausflug dorthin zu machen. Der Rest des Westufers macht dann zum Laufen allerdings nicht so viel Freude. Es mangelt an schönen Spots. Am Nordufer angekommen steigt der Funfactor aber stark an. Am Nordteil selbst ist ein Vogelschutzgebiet. Hier hat man die Möglichkeiten auf einen kleinen Aussichtsturm zu steigen und die Aussicht über ein Fernrohr (kostenfrei) etwas näher zu betrachten. Weiter geht es dann zur einzigen Campinganlage. Dort kann man sich dann entscheiden ob man einen steilen Stufenpfad hinauf zur „Häuseransammlung“ Hirnsberg steigen möchte. Der Pfad ist sehr wurzelreich. Man sollte trittsicher sein. Da ich meine Oberschenkel trainieren wollte habe ich logischerweise diese Chance ergriffen. Ist man oben angekommen fragt man sich ggf. weshalb man die Mühen auf sich genommen hat. Optischee Highlights: Fehlanzeige. Wer aber Spaß am Sport hat, der kommt hier auf jeden Fall auf seine Kosten. Ich würde es wieder machen.

Ist man wieder beim Campingplatz, so darf man sich auf den besten Teil des Sees und des Ostufers freuen. Man betritt, wie ich es ab jetzt nenne, „the maze“ (das Labyrinth). Es führen mehrer Trampelpfade durch den Wald. Allerdings wird diesmal auf Wegweiser komplett verzichtet. Bereits bei meiner ersten Umrundung habe ich mich verlaufen und diesmal erging es mir nicht anders. „The Maze“ sollte man nur mit gutem Schuhwerk und Navi betreten. Die Trampelpfade sind entweder von Wurzel durchzogen oder recht schlammig. Je nach Wetter sind die Wege also etwas abenteuerlich. Alle führen irgendwo hin. Entweder an einen Angelplatz oder an eine Anlegestelle für kleine Boote. An manchen Wegenden steht auch einfach nur eine Bank um etwas zu chillen. Wer Trailrunning mag, dem wird das Herz höher schlagen.

Irgendwann geht auch der größte Spaß vorbei und man ist durch den Wald durchgelaufen. Er wird allerdings durch ein schönes Schilfgebiet ersetzt durch welches man hindurchlaufen darf. Hat es davor viel geregnet besteht allerdings Hochwassergefahr. Am Ende dieses Areals wartet dann auch das Ende der Seerunde. Man ist wieder am Badeplatz ankommen.

Fazit: Der Simssee ist durchaus „im letzten Eck“ Bayerns gelegen. Auf dem Weg zum Simssee fährt man am Tegernsee, Chiemsee und noch so vielen anderen schönen Plätzen vorbei. Die Fahrtzeit könnte man also stark verkürzen und in Erholungszeit umwandeln. Wer aber in der Nähe ist oder einen längeren Ausflug in dieser Ecke macht, der kann hier durchaus einen Tag verbringen.

Nun ist es auch mal wieder Zeit danke zu sagen. DANKEEEE an die Spender, die mein WWF-Projekt aufgepimpt haben. Ich habe mich wirklich sehr darüber gefreut. Nach der ein oder anderen Lauf-Aktion motiviert es noch mehr, wenn man benachrichtigt wird, dass jemand etwas in den Klingelbeutel für die Natur geschmissen hat. Nochmals: Vielen herzlichen Dank!

Backyard – Kuhsee 100

Wochenende für Wochenende jagt ein Event das nächste. Doch mit diesem habe ich am 21. März einen neuen persönlichen Rekord aufgestellt. Lediglich zur Vorbereitung auf mein diesjähriges Mainevent wollte ich einmal einen Backyard laufen. Dies ist ein bestimmter Rennmodus. Dabei hat man stets eine Stunde Zeit um genau 6,7 km zu laufen. In der übrigen Zeit dieser Stunde, kann man machen was man möchte. Ist die Stunde abgelaufen, müssen die 6,7 km erneut absolviert werden. Dieses Spiel wird wiederholt und wiederholt und wiederholt. Normalerweise spielt man es mit mehreren Läufern bzw. Teilnehmern. Sollte ein Läufer länger brauchen ist er ausgeschieden. Ist er zu platt um die nächste Runde zu beginnen… richtig! Ausgeschieden. Es gibt hier kein „der Schnellste“. Es geht um Ausdauer und Durchhaltevermögen. Das Rennen dauert so lange bis nur noch ein Läufer übrig ist und er noch eine weitere Runde schafft. Gewöhnlich kann man schon bis 24 h plus rechnen, bis solch eine Veranstaltung beendet ist. Ganz so extrem wollte ich es nicht, zumal ich eben auch keine „Gegner“ hatte. Nur mich und meinen Schweinehund. Direkt am Kuhsee konnte ich mein Auto abstellen. Dort sollte mein Rast- und Verpflegungsplatz sein. Meine 6,7 km bestanden aus einer vollständigen Seeumrundung, den Weg über den Hochablass zum Olympia-Kanu-Center und einer weiteren Umrundung des Sees. Das Ziel war es die 100 km zu knacken. So viel bin ich am Stück noch nie gelaufen.

Um 17 Uhr war Startschuss. Gleich nach der ersten Runde kam dankenswerterweise eine Kollegin vorbei und feuerte mich an. Danach war ich auf mich allein gestellt. Bis 20 Uhr war noch einigermaßen Betrieb. Ein paar Grüppchen, die das Zuckerfest in toller Tracht feierten, ein paar Früh(lings)-Griller und der ein oder andere Fußgänger, die meinen Weg säumten. Das war es dann aber. Danach wurde es langsam dunkel und leer. Lediglich das Bootshaus (Restaurant) leuchtete aufgrund einer Feier bis ca. 3 Uhr. Gegen 22 Uhr wurden schon ein paar Kilometer gelaufen und es stellte sich ein Rhythmus ein. Für einen Durchlauf brauchte ich ca. 40 min. Dann wurde 5 min gedehnt und parallel gegessen und getrunken. 10 min. Powernapp und 5 min. um sich wieder Laufsachen, Kopfhörer usw. anzuziehen. Die Wirksamkeit der Snacks standen bei meinem Vorhaben ebenfalls auf dem Prüfstand. Was kann man denn noch ohne Probleme um 2 Uhr essen? Bei 15 Stunden laufen, ist es durchaus geboten, dem Körper etwas Brennholz zu geben. Meine Einkäufe bestanden aus Nudeln, Gebäck, Gummibärchen, Powerriegeln und Gels. Und ja, das hat super geklappt. Ein paar Bissen jede Runde waren ausreichend und haben echt gut getan.

Um Mitternacht war dann der erste Meilenstein gesetzt. Die Marathondistanz wurde absolviert. Die Zahl der Fußgänger und Radfahrer konnte ich mit einer Hand abzählen. Da es noch Mitte März war, stellten sich auch sehr niedrige Temperaturen ein. Der Powernapp war nur noch mit Schlafsack möglich. Statt Nudeln wurde auf einen Proteinriegel umgestellt, für den ich drei Runden brauchte, bis er weg war. Um 2 Uhr war es dann so weit. Wie immer bei Langdistanzen stellt sich ein Tief ein. Die Motivation ging gegen Null. Das Auto, mein Pausencenter, nahm nach und nach den Zustand einer Tropfsteinhöhle ein und dennoch war es bitter kalt. Neben dem Schlafsack musste auch noch die Winterjacke herhalten. Alleine die Strecke zu absolvieren machte auch nicht richtig Spaß. Zum Glück hatte ich meine Kopfhörer, die im Kopf abgespeicherten Anfeuerungsrufe meiner Freundin und die Gewissheit, dass die Runde relativ schnell erledigt ist. Was auch half war, dass ich mich zu Beginn sehr weit aus dem Fenster lehnte und bereits mein 100 km-Vorhaben an die große Glocke gehängt habe. Nach 67 km (10 Durchgänge) war das größte Tief vorbei. Das neue Ziel war, zumindest einen halben Tag (12 h) durchzuhalten. Und zack, bekam ich eine Unterstützung nach der anderen. Schon um 4 Uhr zwitscherten die ersten Vögel und ich sah Rehe beim Grasen. In der nächsten Runde gab es einen Hasen zu sehen und danach auch noch einen Biber, über den ich mich am meisten freute. Wann hat man schon einmal einen wilden Biber gesehen? Drei Meter vor meinen Füßen kreuzte dieser in aller Ruhe meinen Weg. Es wurde heller und heller. An die 12 h-Marke konnte ich einen grünen Haken machen.

Noch 21 km. Drei Runden. Das erschien nun total machbar. Mein Hunger meldete sich und wollte endlich etwas von dem Schokocroissant, den ich dabei hatte. Zur Dämmerung und den bisherigen Anstrengungen ein wahrer Hochgenuss. Das Tief… hatte ich überhaupt jemals eines? Weg war es. Und um 7:45 Uhr war es dann soweit. 100 km: Geschafft! Ein tolles Gefühl stellte sich ein, obwohl ich allein gelaufen bin. Keine Medaille, kein Zielfoto, aber große Zufriedenheit. Alles hat sehr gut geklappt. Aus dem Motivationsloch rausgekommen war ein großes Anliegen. Die Füße haben mitgemacht. Das Dehnen und Nappen haben dabei mit Sicherheit ein großen Teil dazu beigetragen. Klar zwicken die ersten Meter jeder Runde etwas in den Beinen, doch das ging sehr schnell vorbei. Mit der Verpflegung über Nacht hatte ich auch keinerlei Probleme. Und der letzte Baustein: Gedanklich beeindrucken die Ultra-Distanzen immer weniger. Es bleiben viele Kilometer, jedoch löst die Vorstellung einen 60 km-Run zu joggen keine Gräuel mehr aus.

Fazit: So ein Backyard ist wirklich spannend. Wie Eingangs beschrieben geht es darum durchzuhalten. Viele Dinge können dabei helfen ein positives Mindsetting zu erhalten. Es war eine echt tolle Erfahrung und man lernt sich wieder besser kennen. Was spricht man nur in den Raum hinein und was macht man dann auch wirklich? Auf solche Fragen bekommt man hier definitv eine Antwort. Alleine werde ich sowas dennoch eher nicht mehr machen. Der Zeitaufwand ist schon recht hoch, selbst wenn man die 100 km nicht im Backyard läuft. Zudem ist es alleine auch etwas trist. Solch einen Rennmodus jedoch gegen andere auszutragen, um zu vergleichen, wie gut man die Zähne zusammenbeißen kann, hört sich allerdings sehr verlockend an. Und zu sehen, wie die Größe der Laufgruppe dahinschmilzt, stellt bestimmt ebenfalls eine enorme Motivation dar. Für Ultraläufe muss man viel geben, man bekommt aber ebenso viel zurück. Auch wenn die Füße erst einmal leiden, so haben diese Läufe großen Einfluss auf Brust und Nacken. Beides, Brust und Kreuz, werden nämlich nach dem Erfolg vor Stolz um einiges breiter. Viel Spaß bei euren nächsten Laufabenteuern. Time 2 Play!

Alle guten Dinge sind drei- Der Mountainman

Nach dem dritten Anlauf hat es endlich geklappt. Ich durfte ein Mountainman werden. Im ersten Anlauf musste ich fiebrig im Bett den Anderen den Spaß lassen und bei Versuch zwei musste der Veranstalter das Rennen kurzfristig absagen (es beschwerten sich zu viele Anwohner). Doch zurück zum Rennen. Hinter dem Mountainman steht eine ganze Serie an Trailläufen, die allesamt durch die Berge führen. Ca. sechs Mal im Jahr hat man rund um die Alpenländer die Möglichkeit ein Rennen zu genießen. Bei mir war es der Wintertrail in Reit im Winkl. Die Größe dieser „Marke“ merkt man schon am Merchandise, der außerordentlich guten Streckenmarkierung und dem Ambiente im Start- bzw Finisherbereich. Letzter befindet sich direkt hinter dem Festsaal des Ortes. Manch einer, so auch ich, würde sagen: „Krass, die haben den ganzen Festsaal, also die Stadthalle, von der Stadt bekommen.“ Der Saal ist aber größentechnisch eher das Bierlokal für den ansässigen Fußballverein. Dennoch hat es einen gewissen Charme und passt total in die Alpenwelt hinein. Direkt am dahinterliegenden Fußballplatz war der Startbereich für alle Distanzen. Da die Wegstrecke die meiste Zeit jedoch sehr schmal ist, starten die Distanzen zeitversetzt. Und schon am Start darf man dann das erste Detail genießen (bzgl Genuss hat der Mountainman viel zu bieten): Man startet auf einer Langlaufstrecke. Endlich mal wieder ein neues Terrain. Ein großer Teil des Rennens hatte diese Langlaufstrecke als Untergrund. Der Moderator heizte uns mit Musik und Sprüchen noch etwas ein und die Motivation befand sich auf dem Höchststand. 3… 2… 1… los!

Vor dem Rennen musste man einen Sicherheitscheck durchlaufen. Jeder Läufer benötigte ein Erste-Hilfe-Set, genug zum Trinken, einen Tracker und noch vieles mehr. Ein Laufrucksack war also unumgänglich. Bei Trailläufen ist das ganz normal. Wie gesagt ist die Strecke jedoch umwerfend gut ausgeschildert und auch an der Verpflegung mangelte es nicht. Dennoch gab es Tücken. Anfang März… Winter! …Möchte man meinen. Das Wetter war allerdings bombastisch. Sonnenschein und zweistellige Plusgrade. Man hatte Bock zum Laufen! Wie zieht man sich aber nun für einen Trail-Marathon (ja, ich habe die XL-Variante gewählt) im Schnee bei Frühlingstemperaturen am besten an? Zu kalt: Der Körper braucht mehr Energie zum heizen und zum Schluss erkältet man sich. Zu warm: Man schwitzt zu viel und verliert zu viel Flüssigkeit und Elektrolyte. Wie meistens war ich eher in der zweiten Kategorie zu finden. Die eigentliche Materialschlacht fand allerdings beim Schuhwerk statt. Bei ca 1600 Höhenmeter lohnen sich Überlegungen zu diesem Thema. Berg, Schnee, Eis, Trail. Welches Profil verwendet man? Legt man sich gleich die Grödeln (Schneeketten für Schuhe) an oder wartet man? Reicht der eigene Schuhbelag? Bzgl der Schuhwahl habe ich meinen Icebugs wieder das Vertrauen geschenkt. Diese Schuhe haben Spikes schon integriert, die sich je nach Untergrund von alleine ausfahren. Und wie auch bei den anderen Läufen in Grönland und Russland, haben sie mich nicht enttäuscht. Die Läufer, die sich für ihre normalen Trailschuhe entschieden haben, hatten z. T. große Schwierigkeiten nicht auszurutschen. Die Teilnehmer, die mehr mit der Kamera, als mit der Strecke beschäftigt waren, machten des Öfteren schöne Schlitterfiguren. An den Stellen, an denen die Strecke vereist war, legten die Trailschuhe Schrittgeschwindigkeit ein. Ging es bei der Strecke auch noch bergab, mussten die Läufer die unebenen Gräben am Streckenrand verwenden. Der Downhill-Bereich? Ohne Grödeln keine Chance. Hier war durchaus die Verletzungschance gegeben. Ich hatte jedoch Glück. Mit meinen Schuhen konnte ich im ersten Streckenteil wie auf Teer laufen. Vor allem der Downhill-Teil machte sehr viel Spaß, da ich blindlinks runterrennen konnte. In der zweiten Hälfte wurde die Strecke sehr viel sulziger. Dies fühlte sich dann teilweise so an, wie im Sand zu laufen. Die Icebugs griffen nicht mehr ganz so gut und auch die Trail-Stöcke stachen nun durch die Schneedecke durch. Bzgl Sicherheit und Tempo hatte ich trotzdem eine gute Wahl getroffen. Es soll aber nicht so wirken, dass man von der Strecke gepeinigt worden wäre. Ja, es war anstrengend. Aber auch JAAA, es hat viel Spaß gemacht. Auf eine Loipe laufen, was meistens sehr gut geklappt hat, war klasse. Bei den Anstiegen zu überlegen, wann läuft man und wann geht man besser… großartig. Zu tüfteln, wann man den besseren gepflügten Trampelpfad verlässt um zu überholen… spannend. Es wird einem nicht langweilig und man kommt voll auf seine Kosten.

Neben dem Terrain muss ich aber auch über eine zweite Sache schreiben: Die Verpflegung. Außer beim Medoc-Marathon, gab es für mich bisher noch keine bessere. Neben den gängigen Riegeln, Nüssen und Obstschnitzen usw. gab es auch Blaubeer-Pfannkuchen, Kaiserschmarrn, Apfelkuchen und Gemüsepflanzerl. Die Motivation zur nächsten Versorgungsstelle zu kommen war riesig. Zudem gab es diesen Gaumenschmaus auch zumeist an irgendwelchen Berghütten. Ein wunderschönes Ambiente zum Genießen! Die Schwierigkeit lag hier einzig und allein sich nicht zu „überfressen“.

Sehr positiv hervorzuheben war, dass jeder Läufer selbst eine Trinktasse dabeihaben musste. Die Müllmenge wurde dadurch stark reduziert und die Möglichkeit für die „sehr Ambitionierten“ Zeit zu sparen, indem man seine Pappbecher einfach in den Wald schmeißt statt in den Eimer, ging gegen Null. Außer der Kaiserschmarrn ging jede Versorgung blank auf die Hand!

Zurück zum Rennen. Dieses wird in mehrere Streckenlängen unterteilt. Von der einstelligen Kilometerzahl bis zu 42+ gibt es alles. Und dies mal zwei. Warum? Es gibt auch eine Hundekategorie, in der Läufer ihren vierbeinigen Partner mitnehmen können. Doch keine Angst, die Hunde hören sehr sehr gut auf das Wort des Frauchens/Herrchens und sind es allesamt gewohnt, sportlich diese Strecken zu absolvieren. Dies habe ich jedenfalls bei diesem Event so wahrgenommen. Ich musste auch kein einziges Mal angst haben über eine Leine zu stolpern. Die Hunde liefen wie selbstverständlich stets vor ihrem Besitzer. Der Laufweg wurde einem also nie versperrt. Funfact: Wer bei einer Mountainman-Veranstaltung mitmacht sollte genau auf die Art des Riegels achten, denn es gibt auch Proteinriegel für Hunde =) Dem breiten Laufangebot muss allerdings auch etwas Tribut gezollt werden. Im letzten Drittel war die schmale Strecke relativ voll. Man muss sich gut überlegen, wann man den nicht so sulzigen Untergrund verlässt und zum Überholen beschwerliche Schritte durch tieferen Schnee steigt.

Doch alles nimmt einmal ein Ende, auch wenn das Ende 42 km weit weg ist. Wer Spaß am Laufen hat muss unbedingt einmal bei einem Mountainman mitmachen. Die Streckenführung und die Umgebung sind super. Es wird sich um alles gekümmert, nur joggen muss man selber. Man läuft sehr zufrieden durch das Ziel. Probiert es selber mal aus. Die Mühe ist es wert. Aroo!

Ammersee

Ende Februar ging es zum sechsten See der Bavarian Lake Challenge, dem Ammersee. In Schöndorf war für mich ein paasender Einstieg und wie sich später herausstellen sollte ein perfektes Ende. Von da aus ging es über die Autobahn nach Stegen. Dort fängt der Ammersee richtig an. Kaffee, Kiosk, Schiffsanlegestelle. Läuft man über diesen Ballungsraum hinaus, so kommt man schnell an die Liegeplätze und Fußwege. Zu hundert Prozent ein schönes Läufchen am See, welches aber sehr rasch vom eigentlichen Ufer und den Leitenwälder abgelöst wird. Diese Stelle ist mein persönliches Highlight. Man ist so nah am See, dass man sich je nach Wetterlage wirklich nasse Füße holt. Im Waldgebiet darf man über schöne tolle Holzbrückchen laufen und auch ansonsten kommt man vom Gelände her auf seine Kosten.

Die Idylle weicht irgendwann dem nächsten Promenadenstreifen für Sprizz-Liebhaber. Man erreicht Herrsching. Im Stile eines Hindernis-Parcours muss man den Fußgängern und Liegestühlen ausweichen und dennoch hat man Spaß daran hier entlangzulaufen. Auch kurz vor und nach Herrsching existieren schöne Parks entlang des Sees. Bis hierhin ist der See abwechslungsreich und kurzweilig.

Bei der Größe des Ammersees ist es aber dann doch unausweichlich. Man läuft entlang einer Landstraße über Aidenried bis nach Fischen. Nichts dramatisch Schlimmes aber der Glanz geht etwas verloren. In Fischen angekommen gelangt man dann an bzw. in den Vogelschutzbereich. Viel Schilf und freie Flächen. Vom See ist man zwar an dieser Stelle etwas weiter entfernt, jedoch macht es trotzdem viel Spaß durch diesen Bereich zu joggen. Man ist von toller schöner Natur umgeben. Auch wenn man den Eindruck hat einen Umweg zu machen (eigentlich ist das nicht nur ein Eindruck), auf den Wanderwegen zu bleiben lohnt sich. Bei meiner ersten Umrundung wollte ich an dieser Stelle etwas abkürzen und musste eine Weile direkt auf einer Schnellstraße laufen. Beim Versuch diese zu verlassen kam ich dann auf mehrere Sackgassen und machte Bekanntschaft mit einem unfreundlichen Bienenvolk (#autsch). Leichter wurde der Weg also nicht.

Nun hat man es wieder auf die andere Seeseite geschafft. Die Wege führen teilweise mitten durch die Gemeinden Dießen, Riederau, Utting und zuletzt zum Startpunkt nach Schöndorf. Hier und da kommt man zurück an den See, jedoch nur, wenn dort auch eine Schiffsanlegestelle ist. Diese Plätze sind jedoch schon sehenswert und laden stets zum Verweilen ein. Der Weg von Riederau nach Utting hat allerdings noch seinen besonderen „Charme“. Man darf direkt zwischen den Bahnschienen und einem Wäldchen laufen, wodurch ein etwas urbaner Charakter der Laufstrecke entsteht. Hier heißt es wohl „hate it or love it“.

In Schöndorf kämpft man sich dann noch durch auf- und absteigende Straßen bis man die finalen 300 Meter erreicht und an der Promenade mit den schönen Bootshäusern entlanglaufen kann. Ein kleiner Ultra-Marathon wurde soeben absolviert, denn der Umfang des Sees beträgt tatsächlich um die 46 km. In Schöndorf selbst kann man sich dann mit einem Eis belohnen. Die Eisdiele mitten in der Ortschaft hat auch kreativere Eissorten. Mein Highlight war „Black Hawaii“, welches eine Mischung aus richtiger Kokosmilch, richtigem Kakao (keine Schokolade) und zur Farbgebeung aus etwas Kohle besteht. Wirklich lecker und wirklich schwarz. Probiert es selber aus! Eis und Seeumrundung! Für den See selbst lässt sich sagen, dass der Weg das Ziel ist, denn an Abwechslung mangelt es hier nicht. Auf zum Ammersee. Aroo!

Ambiente am Tegernsee

Nummer 5 meiner Bavarian Iron Lake Challenge war der Tegernsee. Sogar zweimal. Nicht nur am See selbst lassen sich schöne Meter machen, sondern auch im direkt angrenzenden „Gebirge“.

Absolut empfehlenswert sind die Pfade des Tegernseer Höhenwegs und des Panoramawegs Tegernsee. Einen guten Einstieg gibt es in Gmund am Strandbad. Hier gibt es den sofortigen Zugang und Aufstieg zu den Wegen. Diese Wege sind superschön im Waldgebiet eingebettet. Neben ein paar anderen Naturliebhabern ist man komplett von allem anderen abgeschirmt und für sich. Ein paar Mal lichtet sich der Wald jedoch um einen wundervollen Blick auf den Tegernsee freizugeben. Ab einem bestimmten Level ist es möglich auf der einigermaßen gleichen Höhe zu bleiben oder das ein oder andere Gipfelkreuz in Augenschein zu nehmen. Beides kann ich empfehlen. Gerade in der Schneelandschaft, haben diese Wege einiges hergemacht.

Das Schöne am Tegernsee selbst ist, das man hier die meiste Zeit direkt am Ufer ist oder zumindest den See im Blick hat. Ein weiterer Pluspunkt: Der Tegernsee ist traumhaft ins Gebirge eingebettet und bietet somit eine sehr malerische Kulisse. Startet man von Gmund aus durchläuft man als nächstes St. Quirin. Bishierhin nichts Besonderes. Doch sobald man den Ort Tegernsee betritt ist er da, der Münchner Chique. Ein prächtiger Touriort um am See zu flanieren und das Ambiente mit einem Tässchen Espresso oder einem Tegernsee-Bier zu genießen. Es führen sogar ein paar Brückchen direkt durch den See, wodurch man sich ein wenig an Venedig erinnert fühlt. Nicht zu vergessen ist das Kloster des Ortes, bei dem es auch guten Rum und Whiskey zu erwerben gibt.

Läuft man weiter an der Uferpromenade entlang, so gelangt man nach Rottach-Eggern. Hier ist der Platz für die High-Society. Dolce&Gabbana und Armani. Tracht und Immobilien. Was man halt spontan so shoppt. Naja, nicht so unbedingt meins. Wodurch das Örtchen eher besticht ist der schöne Dammweg über den man auch wieder die höher gelegenen Wanderwege erreichen kann. Sobald man dann durch Rottach-Eggern und an den Luxushotels vorbeigelaufen ist, darf man auch endlich auf Feld- bzw. Kiesweg laufen. Dennoch bleibt etwas vom Münchner Protz. Man läuft an zahlreichen umgebauten Bootshäusern vorbei, die zu Cafés, Restaurants oder Souvenirshops umgebaut wurden. Doch zugegeben, diese machen allesamt was her und machen durchaus Lust mal hineinzugehen und das Leben seinen Lauf nehmen zu lassen.

An dieser Stelle befindet man sich dann schon auf der anderen Seite des Tegernsees, was einem einen schönen Blick auf das Gebirge ermöglicht. Ab dann wird der See weniger abwechslungsreich. Immer wieder kommt man an kleinen Örtchen vorbei und kann die Uferpromenade genießen. Irgendwann ist man dann in Bad Wiessee angekommen, wo man dann einen kleinen Skulpturenpark durchläuft. Und genau an solch besonders schön hergerichteten Plätzen, an denen es stets ein paar Schaukeln und Rutschen gibt, stehen auch Schiffsanlegestellen parat. So eine Schiffsfahrt gehört eben auf jedem großen See dazu. Momentan wird dieser Charme durch viele Baustellen gestört. Ob er zurückkommt ist fraglich, denn die Baulöcher scheinen durch Hotels aufgefüllt zu werden. Irgendwo müssen die Glücksspieler ja untergebracht werden. Auch als Läufer kommt man nicht am Casino vorbei. Gegebenfalls ist es aber genau der Platz um ein Beweisfoto für die Umrundung des Sees zu schießen.

Danach geht es auf zum großen Finale. Das Gut Kaltenbrunn ruft nach einem. Ein wahnsinnig toller Biergarten der etwas erhöht über Gmund trohnt und einen klasse Ausblick auf den Tegernsee bietet. Von dort aus kann man dann schön die letzten Meter nach Gmund und zum Strandbad laufen und seinen Halbmarathon abschließen. Eine schöne Runde mit viel Natur aber auch viel Tourismus.

Mein Fazit: Der Tegernsee ist es definitiv Wert bereist zu werden. Früh am vormittag anreisen und die Höhenwege nutzen und einen Gipfel erstürmen. Danach kann man stolz in einen der Orte wandern und den Ausblick auf einen der Bänke genießen um auf einen tollen Tag anzustoßen. Ob Sommer oder Winter ist dabei egal. Der Tag wird auf jeden Fall super.

Probiert es selber aus. Wenn es auch gefällt, dann denkt an diesen Beitrag und klickt hier (WWF).

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