Ende Februar ging es zum sechsten See der Bavarian Lake Challenge, dem Ammersee. In Schöndorf war für mich ein paasender Einstieg und wie sich später herausstellen sollte ein perfektes Ende. Von da aus ging es über die Autobahn nach Stegen. Dort fängt der Ammersee richtig an. Kaffee, Kiosk, Schiffsanlegestelle. Läuft man über diesen Ballungsraum hinaus, so kommt man schnell an die Liegeplätze und Fußwege. Zu hundert Prozent ein schönes Läufchen am See, welches aber sehr rasch vom eigentlichen Ufer und den Leitenwälder abgelöst wird. Diese Stelle ist mein persönliches Highlight. Man ist so nah am See, dass man sich je nach Wetterlage wirklich nasse Füße holt. Im Waldgebiet darf man über schöne tolle Holzbrückchen laufen und auch ansonsten kommt man vom Gelände her auf seine Kosten.






Die Idylle weicht irgendwann dem nächsten Promenadenstreifen für Sprizz-Liebhaber. Man erreicht Herrsching. Im Stile eines Hindernis-Parcours muss man den Fußgängern und Liegestühlen ausweichen und dennoch hat man Spaß daran hier entlangzulaufen. Auch kurz vor und nach Herrsching existieren schöne Parks entlang des Sees. Bis hierhin ist der See abwechslungsreich und kurzweilig.


Bei der Größe des Ammersees ist es aber dann doch unausweichlich. Man läuft entlang einer Landstraße über Aidenried bis nach Fischen. Nichts dramatisch Schlimmes aber der Glanz geht etwas verloren. In Fischen angekommen gelangt man dann an bzw. in den Vogelschutzbereich. Viel Schilf und freie Flächen. Vom See ist man zwar an dieser Stelle etwas weiter entfernt, jedoch macht es trotzdem viel Spaß durch diesen Bereich zu joggen. Man ist von toller schöner Natur umgeben. Auch wenn man den Eindruck hat einen Umweg zu machen (eigentlich ist das nicht nur ein Eindruck), auf den Wanderwegen zu bleiben lohnt sich. Bei meiner ersten Umrundung wollte ich an dieser Stelle etwas abkürzen und musste eine Weile direkt auf einer Schnellstraße laufen. Beim Versuch diese zu verlassen kam ich dann auf mehrere Sackgassen und machte Bekanntschaft mit einem unfreundlichen Bienenvolk (#autsch). Leichter wurde der Weg also nicht.


Nun hat man es wieder auf die andere Seeseite geschafft. Die Wege führen teilweise mitten durch die Gemeinden Dießen, Riederau, Utting und zuletzt zum Startpunkt nach Schöndorf. Hier und da kommt man zurück an den See, jedoch nur, wenn dort auch eine Schiffsanlegestelle ist. Diese Plätze sind jedoch schon sehenswert und laden stets zum Verweilen ein. Der Weg von Riederau nach Utting hat allerdings noch seinen besonderen „Charme“. Man darf direkt zwischen den Bahnschienen und einem Wäldchen laufen, wodurch ein etwas urbaner Charakter der Laufstrecke entsteht. Hier heißt es wohl „hate it or love it“.


In Schöndorf kämpft man sich dann noch durch auf- und absteigende Straßen bis man die finalen 300 Meter erreicht und an der Promenade mit den schönen Bootshäusern entlanglaufen kann. Ein kleiner Ultra-Marathon wurde soeben absolviert, denn der Umfang des Sees beträgt tatsächlich um die 46 km. In Schöndorf selbst kann man sich dann mit einem Eis belohnen. Die Eisdiele mitten in der Ortschaft hat auch kreativere Eissorten. Mein Highlight war „Black Hawaii“, welches eine Mischung aus richtiger Kokosmilch, richtigem Kakao (keine Schokolade) und zur Farbgebeung aus etwas Kohle besteht. Wirklich lecker und wirklich schwarz. Probiert es selber aus! Eis und Seeumrundung! Für den See selbst lässt sich sagen, dass der Weg das Ziel ist, denn an Abwechslung mangelt es hier nicht. Auf zum Ammersee. Aroo!


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